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Berlin in einem anderen Licht
Festival of Lights - Eröffnung am 14. Oktober

Der Countdown läuft. Ab Mitte Oktober wird Berlin wieder zur Glitzermetropole. Siegfried Helias, Vorstandsvorsitzender der City Stiftung Berlin, hat das bunte Programm für das Festival of Lights bereits im Verbund mit vielen Unterstützern organisiert.

Mehr als 40 Wahrzeichen Berlins wie das Brandenburger Tor, der Berliner Dom, die Siegessäule und die Gedächtniskirche werden von Lichtkünstlern wie Andreas Boehlke wieder eindrucksvoll in Szene gesetzt. Eröffnet wird das 13 Tage dauernde Lichtspektakel am Dienstag, 14. Oktober, mit einem Feuerwerk am Neptunbrunnen gegenüber dem Roten Rathaus (Beginn 19.30 Uhr).

Gerade in der trüben Herbstzeit soll Berlin sich von seiner schönsten Seite zeigen. Der Funkturm wird in diesem Jahr nicht in Blau erstrahlen, sondern in Orange leuchten. Neben der BSR, die sich wieder an der Aktion beteiligt, wird auch die Deutsche Bahn mitmachen und den Hauptbahnhof leuchten lassen. Erstmals beteiligt sich auch die Werbegemeinschaft des Europa-Centers an dem Lichterglanz zwischen Funk- und Fernsehturm und wird das 86 Meter Hochhaus am Tauentzien effektvoll in Szene setzen lassen.

Dass die Berliner Übernachtungszahlen im vergangenen Oktober im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 104 000 auf 1,6 Millionen stiegen, führt Siegfried Helias nicht nur, aber auch auf das vielfältige Angebot des Festival of Lights zurück. "Wir steigern uns von Mal zu Mal und sind auf dem Weg, uns vom anfänglich regionalen Event über ein nationales Ereignis zu einem internationalen Highlight zu entwickeln", skizziert Helias seine Zukunftspläne. Die Nachfrage von Sponsoren, die sich beteiligen wollen, wachse nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ. Über die Zusammenarbeit mit der "Berlin Partner GmbH" (Gesellschafter sind unter anderem die IBB, die IHK und die Handwerkskammer), die in diesem Jahr erstmals mit von der Partie ist, freut sich Helias besonders: "Die Berlin Partner GmbH unterstützt das Festival im Rahmen der ,Be-Berlin-Kampagne', und wir erwarten bei unserem nunmehr vierten Festival durch diese Werbung noch mehr Zulauf."

Eventspezialistin Birgit Zander und ihr Team entwickeln auch in diesem Jahr das Rahmenprogramm. So können sich Pärchen bei den beliebten "Mitternachtshochzeiten" wieder in luftiger Höhe wie dem Park Inn am Alexanderplatz in der 37. Etage mit Blick auf die erleuchtete Stadt das Ja-Wort geben. Am 16. Oktober erwartet Helias Weltmeister wie Regina Halmich und Jana Eichler zum Defilee "Licht und Farbe am Gendarmenmarkt". Den Abschluss bildet ein "Light-Run" - beim Rundlauf durch die Hauptstadt werden die Teilnehmer 7,5 Kilometer laufen.
Berlin in einem anderen Licht
Festival of Lights - Eröffnung am 14. Oktober

Der Countdown läuft. Ab Mitte Oktober wird Berlin wieder zur Glitzermetropole.
Festival of Lights - Eröffnung am 14. Oktober

Der Countdown läuft. Ab Mitte Oktober wird Berlin wieder zur Glitzermetropole. Siegfried Helias, Vorstandsvorsitzender der City Stiftung Berlin, hat das bunte Programm für das Festival of Lights bereits im Verbund mit vielen Unterstützern organisiert.

Mehr als 40 Wahrzeichen Berlins wie das Brandenburger Tor, der Berliner Dom, die Siegessäule und die Gedächtniskirche werden von Lichtkünstlern wie Andreas Boehlke wieder eindrucksvoll in Szene gesetzt. Eröffnet wird das 13 Tage dauernde Lichtspektakel am Dienstag, 14. Oktober, mit einem Feuerwerk am Neptunbrunnen gegenüber dem Roten Rathaus (Beginn 19.30 Uhr).

Gerade in der trüben Herbstzeit soll Berlin sich von seiner schönsten Seite zeigen. Der Funkturm wird in diesem Jahr nicht in Blau erstrahlen, sondern in Orange leuchten. Neben der BSR, die sich wieder an der Aktion beteiligt, wird auch die Deutsche Bahn mitmachen und den Hauptbahnhof leuchten lassen. Erstmals beteiligt sich auch die Werbegemeinschaft des Europa-Centers an dem Lichterglanz zwischen Funk- und Fernsehturm und wird das 86 Meter Hochhaus am Tauentzien effektvoll in Szene setzen lassen.

Dass die Berliner Übernachtungszahlen im vergangenen Oktober im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 104 000 auf 1,6 Millionen stiegen, führt Siegfried Helias nicht nur, aber auch auf das vielfältige Angebot des Festival of Lights zurück. "Wir steigern uns von Mal zu Mal und sind auf dem Weg, uns vom anfänglich regionalen Event über ein nationales Ereignis zu einem internationalen Highlight zu entwickeln", skizziert Helias seine Zukunftspläne. Die Nachfrage von Sponsoren, die sich beteiligen wollen, wachse nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ. Über die Zusammenarbeit mit der "Berlin Partner GmbH" (Gesellschafter sind unter anderem die IBB, die IHK und die Handwerkskammer), die in diesem Jahr erstmals mit von der Partie ist, freut sich Helias besonders: "Die Berlin Partner GmbH unterstützt das Festival im Rahmen der ,Be-Berlin-Kampagne', und wir erwarten bei unserem nunmehr vierten Festival durch diese Werbung noch mehr Zulauf."

Eventspezialistin Birgit Zander und ihr Team entwickeln auch in diesem Jahr das Rahmenprogramm. So können sich Pärchen bei den beliebten "Mitternachtshochzeiten" wieder in luftiger Höhe wie dem Park Inn am Alexanderplatz in der 37. Etage mit Blick auf die erleuchtete Stadt das Ja-Wort geben. Am 16. Oktober erwartet Helias Weltmeister wie Regina Halmich und Jana Eichler zum Defilee "Licht und Farbe am Gendarmenmarkt". Den Abschluss bildet ein "Light-Run" - beim Rundlauf durch die Hauptstadt werden die Teilnehmer 7,5 Kilometer laufen.

Berliner Morgenpost, [27.08.2008]


 
Arkaden feiern, dann kommt der Umbau
Die Potsdamer-Platz-Arkaden feiern eine Woche lang ihr zehnjähriges Bestehen

Als eines der schönsten Shopping-Center in Berlin und als „pulsierendes Herz“ am Potsdamer Platz bezeichnen sich die Arkaden mit ihren 130 Läden auf drei Ebenen. Aber das schöne Herz scheint nach seiner ersten Dekade offenbar in die Jahre gekommen und braucht neue Kräfte. So werden die Arkaden, die Anfang September ihr zehnjähriges Bestehen feiern, danach in Teilbereichen umgestaltet. Etliche Läden schließen, neue öffnen. Von Mitte September bis Ende Oktober dauern die Arbeiten, insgesamt sind 30 Geschäfte betroffen.

Ein Dutzend Händler sollen das Center räumen, darunter ein Teddy-, ein Design- und ein kleinerer Modeladen. Andere ziehen bloß innerhalb der Arkaden um. Die frei werdenden Flächen werden unter anderem von mehreren Modekonzernen angemietet. Wie Center-Manager Thomas Sänger bestätigte, haben „Tommy Hilfiger“ und „Puma“ bereits Verträge unterschrieben.

Doch zunächst wird das Jubiläum gefeiert: Am Montag um 11.30 Uhr soll eine überdimensionale Geburtstagstorte angeschnitten werden, auf der Hauptbühne im Erdgeschoss gibt es Dixieland-Livemusik. Das Festprogramm dauert die ganze Woche, jeden Tag werden unter den Besuchern 5000 Euro verlost.

Am Donnerstag ist ein „Oldie-Tag“ geplant, unter anderem mit Larry Schuba, am Freitag gibt es dann Jazz. Freitags bis sonntags bieten die Arkaden zum Jubiläum jeweils eine „Shopping-Night“ bis Mitternacht.

Die Potsdamer-Platz-Arkaden, die zu den bestbesuchten Einkaufszentren der Stadt gehören, sind ein Hauptbestandteil des „neuen“ Potsdamer Platzes und stellen die Verbindung zwischen dem alten Weinhaus Huth und der Eichhornstraße dar. Sie sind rund 180 Meter lang. Die offizielle Eröffnung des Einkaufszentrums mit einer Fläche von rund 40 000 Quadratmetern wurde im Oktober 1998 gefeiert. Den Besuchern der Arkaden steht ein Parkhaus für über 4000 Fahrzeuge zur Verfügung.

Der Tagesspiegel, [27.08.2008]


 
Expressive Botschaft
Der Französische Dom zeigt Skulpturen der apokalyptischen Reiter

Das weiße Pferd bleckt die Zähne, sein Schweif lodert schwarz.
Der Französische Dom zeigt Skulpturen der apokalyptischen Reiter

Das weiße Pferd bleckt die Zähne, sein Schweif lodert schwarz. Der Reiter sieht nicht weniger furchteinflößend aus. Golden ist seine Krone, schwarz der Bogen mit dem nach vorne gerichteten Pfeil. Unter dem Pferd ragen zwei Köpfe aus dem Boden, vielleicht ein Mann und eine Frau. Er schaut fragend und fast apathisch auf den todbringenden Schrecken über ihm. Sie schreit stumm, die Augen weit aufgerissen.

Die Skulpturen der vier apokalyptischen Reiter, die der Bildhauer Hans Scheib zurzeit im Französischen Dom unter dem Titel „Und ich sah: und siehe…“ ausstellt, zeigen den Menschen im Angesicht der Apokalypse hilflos und verschwindend klein. Neben dem überzeitlichen Thema des unaufhaltsamen Gottesgerichts, von dem die Offenbarung des Johannes berichtet und das die Menschheit und seine Geschichte in den Abgrund der heilsbringenden Erneuerung reißt, setzt der Künstler auch reale historische Bezüge. Da der 1949 in Potsdam geborene Bildhauer über viel zeichnerische Erfahrung verfügt, wirken die Skulpturen sehr vital und bei aller künstlerischen Freiheit sehr realistisch.

Das „rote Pferd“ bringt im Neuen Testament den Tod durch Kriege. Bei Scheib thematisiert die zweite Skulptur das Massaker von Srebrenica während des Bosnienkrieges. Unter dem springenden Tier, auf dem die Todesfratze eines Ritters mit Fackel und Schwert sitzt, recken sich blutrote Hände aus der schwarzen Erde. Die Finger formen das Victory-Zeichen.

Das dritte, das „schwarze Pferd“, scheint sich selbst mit seinem clownesk anmutenden Reiter über einem Häusermeer aus Holzquadern in den Wahnsinn und in den Tod zu stürzen. Unter seinem Leib schwankt ein blauer Turm, in dem ein Flugzeug steckt: Assoziationen zum 11. September 2001 liegen nahe. In der linken Hand hält der Reiter ein Kartenspiel, in der rechten eine Waage. Es könnte das Symbol der Justitia sein oder ein Hinweis auf die Hungersnöte, die dieser Reiter mit sich bringen soll.

Das vierte und letzte Pferd ist das „Fahle“, es bedeutet Tod durch Furcht und Krankheit. Wie ein affenähnliches Geschöpf hockt der Tod auf der Kruppe des blassen Pferdegerippes, einen langen Ast mit verdorrten Blättern wie einen Speer in der Hand. Auf dem Boden unter dem Pferd liegen weiße Totenschädel mit grauen Zähnen und Augen: Auch sie sind wieder viel kleiner als das unvermeidliche Verderben über ihnen. Von Hoffnung ist wenig zu spüren in Scheibs Skulpturen, wenn auch der Begleittext zur Ausstellung darauf hinweist, dass die Offenbarung des Johannes in der Gegenwart und lebensbejahend endet. Ist das angesichts der eindringlich gestalteten Schreckensbilder, die keine Erlösung zeigen, Ironie oder christlicher Heilsglaube? Die Antwort liegt wohl in den Augen der Betrachter. Wie auch immer sie ausfällt: Die Skulpturen der vier apokalyptischen Reiter sind allein wegen ihrer expressiven Kraft einen Dom-Besuch wert. Eva Kalwa

Französischer Dom am Gendarmenmarkt. Nur noch kommenden Sonntag, 31. Augist, 12 bis 17 Uhr. Eintritt frei

Der Tagesspiegel, [26.08.2008]


 

 
Festival of Lights - Eröffnung am 14. Oktober

Der Countdown läuft. Ab Mitte Oktober wird Berlin wieder zur Glitzermetropole. Siegfried Helias, Vorstandsvorsitzender der City Stiftung Berlin, hat das bunte Programm für das Festival of Lights bereits im Verbund mit vielen Unterstützern organisiert.

Mehr als 40 Wahrzeichen Berlins wie das Brandenburger Tor, der Berliner Dom, die Siegessäule und die Gedächtniskirche werden von Lichtkünstlern wie Andreas Boehlke wieder eindrucksvoll in Szene gesetzt. Eröffnet wird das 13 Tage dauernde Lichtspektakel am Dienstag, 14. Oktober, mit einem Feuerwerk am Neptunbrunnen gegenüber dem Roten Rathaus (Beginn 19.30 Uhr).

Gerade in der trüben Herbstzeit soll Berlin sich von seiner schönsten Seite zeigen. Der Funkturm wird in diesem Jahr nicht in Blau erstrahlen, sondern in Orange leuchten. Neben der BSR, die sich wieder an der Aktion beteiligt, wird auch die Deutsche Bahn mitmachen und den Hauptbahnhof leuchten lassen. Erstmals beteiligt sich auch die Werbegemeinschaft des Europa-Centers an dem Lichterglanz zwischen Funk- und Fernsehturm und wird das 86 Meter Hochhaus am Tauentzien effektvoll in Szene setzen lassen.

Dass die Berliner Übernachtungszahlen im vergangenen Oktober im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 104 000 auf 1,6 Millionen stiegen, führt Siegfried Helias nicht nur, aber auch auf das vielfältige Angebot des Festival of Lights zurück. "Wir steigern uns von Mal zu Mal und sind auf dem Weg, uns vom anfänglich regionalen Event über ein nationales Ereignis zu einem internationalen Highlight zu entwickeln", skizziert Helias seine Zukunftspläne. Die Nachfrage von Sponsoren, die sich beteiligen wollen, wachse nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ. Über die Zusammenarbeit mit der "Berlin Partner GmbH" (Gesellschafter sind unter anderem die IBB, die IHK und die Handwerkskammer), die in diesem Jahr erstmals mit von der Partie ist, freut sich Helias besonders: "Die Berlin Partner GmbH unterstützt das Festival im Rahmen der ,Be-Berlin-Kampagne', und wir erwarten bei unserem nunmehr vierten Festival durch diese Werbung noch mehr Zulauf."

Eventspezialistin Birgit Zander und ihr Team entwickeln auch in diesem Jahr das Rahmenprogramm. So können sich Pärchen bei den beliebten "Mitternachtshochzeiten" wieder in luftiger Höhe wie dem Park Inn am Alexanderplatz in der 37. Etage mit Blick auf die erleuchtete Stadt das Ja-Wort geben. Am 16. Oktober erwartet Helias Weltmeister wie Regina Halmich und Jana Eichler zum Defilee "Licht und Farbe am Gendarmenmarkt". Den Abschluss bildet ein "Light-Run" - beim Rundlauf durch die Hauptstadt werden die Teilnehmer 7,5 Kilometer laufen.

Berliner Morgenpost, [27.08.2008]


 
Die Potsdamer-Platz-Arkaden feiern eine Woche lang ihr zehnjähriges Bestehen

Als eines der schönsten Shopping-Center in Berlin und als „pulsierendes Herz“ am Potsdamer Platz bezeichnen sich die Arkaden mit ihren 130 Läden auf drei Ebenen. Aber das schöne Herz scheint nach seiner ersten Dekade offenbar in die Jahre gekommen und braucht neue Kräfte. So werden die Arkaden, die Anfang September ihr zehnjähriges Bestehen feiern, danach in Teilbereichen umgestaltet. Etliche Läden schließen, neue öffnen. Von Mitte September bis Ende Oktober dauern die Arbeiten, insgesamt sind 30 Geschäfte betroffen.

Ein Dutzend Händler sollen das Center räumen, darunter ein Teddy-, ein Design- und ein kleinerer Modeladen. Andere ziehen bloß innerhalb der Arkaden um. Die frei werdenden Flächen werden unter anderem von mehreren Modekonzernen angemietet. Wie Center-Manager Thomas Sänger bestätigte, haben „Tommy Hilfiger“ und „Puma“ bereits Verträge unterschrieben.

Doch zunächst wird das Jubiläum gefeiert: Am Montag um 11.30 Uhr soll eine überdimensionale Geburtstagstorte angeschnitten werden, auf der Hauptbühne im Erdgeschoss gibt es Dixieland-Livemusik. Das Festprogramm dauert die ganze Woche, jeden Tag werden unter den Besuchern 5000 Euro verlost.

Am Donnerstag ist ein „Oldie-Tag“ geplant, unter anderem mit Larry Schuba, am Freitag gibt es dann Jazz. Freitags bis sonntags bieten die Arkaden zum Jubiläum jeweils eine „Shopping-Night“ bis Mitternacht.

Die Potsdamer-Platz-Arkaden, die zu den bestbesuchten Einkaufszentren der Stadt gehören, sind ein Hauptbestandteil des „neuen“ Potsdamer Platzes und stellen die Verbindung zwischen dem alten Weinhaus Huth und der Eichhornstraße dar. Sie sind rund 180 Meter lang. Die offizielle Eröffnung des Einkaufszentrums mit einer Fläche von rund 40 000 Quadratmetern wurde im Oktober 1998 gefeiert. Den Besuchern der Arkaden steht ein Parkhaus für über 4000 Fahrzeuge zur Verfügung.

Der Tagesspiegel, [27.08.2008]


 
Der Französische Dom zeigt Skulpturen der apokalyptischen Reiter

Das weiße Pferd bleckt die Zähne, sein Schweif lodert schwarz. Der Reiter sieht nicht weniger furchteinflößend aus. Golden ist seine Krone, schwarz der Bogen mit dem nach vorne gerichteten Pfeil. Unter dem Pferd ragen zwei Köpfe aus dem Boden, vielleicht ein Mann und eine Frau. Er schaut fragend und fast apathisch auf den todbringenden Schrecken über ihm. Sie schreit stumm, die Augen weit aufgerissen.

Die Skulpturen der vier apokalyptischen Reiter, die der Bildhauer Hans Scheib zurzeit im Französischen Dom unter dem Titel „Und ich sah: und siehe…“ ausstellt, zeigen den Menschen im Angesicht der Apokalypse hilflos und verschwindend klein. Neben dem überzeitlichen Thema des unaufhaltsamen Gottesgerichts, von dem die Offenbarung des Johannes berichtet und das die Menschheit und seine Geschichte in den Abgrund der heilsbringenden Erneuerung reißt, setzt der Künstler auch reale historische Bezüge. Da der 1949 in Potsdam geborene Bildhauer über viel zeichnerische Erfahrung verfügt, wirken die Skulpturen sehr vital und bei aller künstlerischen Freiheit sehr realistisch.

Das „rote Pferd“ bringt im Neuen Testament den Tod durch Kriege. Bei Scheib thematisiert die zweite Skulptur das Massaker von Srebrenica während des Bosnienkrieges. Unter dem springenden Tier, auf dem die Todesfratze eines Ritters mit Fackel und Schwert sitzt, recken sich blutrote Hände aus der schwarzen Erde. Die Finger formen das Victory-Zeichen.

Das dritte, das „schwarze Pferd“, scheint sich selbst mit seinem clownesk anmutenden Reiter über einem Häusermeer aus Holzquadern in den Wahnsinn und in den Tod zu stürzen. Unter seinem Leib schwankt ein blauer Turm, in dem ein Flugzeug steckt: Assoziationen zum 11. September 2001 liegen nahe. In der linken Hand hält der Reiter ein Kartenspiel, in der rechten eine Waage. Es könnte das Symbol der Justitia sein oder ein Hinweis auf die Hungersnöte, die dieser Reiter mit sich bringen soll.

Das vierte und letzte Pferd ist das „Fahle“, es bedeutet Tod durch Furcht und Krankheit. Wie ein affenähnliches Geschöpf hockt der Tod auf der Kruppe des blassen Pferdegerippes, einen langen Ast mit verdorrten Blättern wie einen Speer in der Hand. Auf dem Boden unter dem Pferd liegen weiße Totenschädel mit grauen Zähnen und Augen: Auch sie sind wieder viel kleiner als das unvermeidliche Verderben über ihnen. Von Hoffnung ist wenig zu spüren in Scheibs Skulpturen, wenn auch der Begleittext zur Ausstellung darauf hinweist, dass die Offenbarung des Johannes in der Gegenwart und lebensbejahend endet. Ist das angesichts der eindringlich gestalteten Schreckensbilder, die keine Erlösung zeigen, Ironie oder christlicher Heilsglaube? Die Antwort liegt wohl in den Augen der Betrachter. Wie auch immer sie ausfällt: Die Skulpturen der vier apokalyptischen Reiter sind allein wegen ihrer expressiven Kraft einen Dom-Besuch wert. Eva Kalwa

Französischer Dom am Gendarmenmarkt. Nur noch kommenden Sonntag, 31. Augist, 12 bis 17 Uhr. Eintritt frei

Der Tagesspiegel, [26.08.2008]


 

 
Designerkollektion für Herren und Damen

Am 18. Juli wurde in Berlin Mitte in der Mulackstraße 1 der neue FIRMA Flagshipstore feierlich eröffnet. Die Boutique, die ausschließlich die gleichnamige Designerkollektion für Herren und Damen führt, wird von der FIRMA Berlin Store GbR betrieben. Dahinter verbergen sich die Berliner Einzelhandelslegenden Dirk Jacoby, Alfred Warburg und Karin Warburg, alias RESPECTMEN (www.respectmen.de), sowie die Designer und Inhaber der Marke FIRMA (www.firma.net) selbst, Daniela Biesenbach und Carl Tillessen.

Für die architektonische Gestaltung des neuen Flagshipstores konnte das Berliner Innenarchitekturbüro PANKRATH (www.pankrath-plus.de) gewonnen werden. Fotografisch in Szene gesetzt wurde der Raum von Alexander Gnädinger (www.alexander-gnaedinger.com). Den Innenarchitekten Astrid Pankrath und Sebastian Windisch ist es in kongenialer Weise gelungen, die elegante Coolness der FIRMA-Kleidung in Architektur zu übertragen.

Die großzügige Schaufensterfront gibt den Blick frei auf einen annähernd quadratischen Verkaufsraum. Das gesamte Interieur ist in den Corporate-Farben Schwarz, Ecru und Silber gehalten. Als Warenträger dient ein poliertes Edelstahlrohr, das sich, auf Fußhöhe aus der Wand kommend, in großzügigen Rundungen durch den Raum schwingt, um schließlich am anderen Ende wieder in der Wand zu verschwinden. Schwarz und Ecru sind die Linoleumflächen, die den Raum als umlaufende Wandverkleidung begrenzen. Auf der Rückwand ruht auf ganzer Breite des Raumes ein Leuchtkasten. Durch das Zusammenspiel von Leuchtkasten und den darunter wandbündig eingearbeiteten Kabinentüren wird die äußere Ladenfassade im Ladeninneren noch einmal zitiert. Der Verkaufstresen durchbricht als einziges Element die streng symmetrische Komposition. Er ist als horizontaler Riegel „schwebend“ an einer Stütze im Raum platziert.

Die Materialien und ihre Verwendung verstehen sich als eine Hommage an die Geburtsstunde der Moderne. Mit der gleichen gestalterischen und handwerklichen Leidenschaft, mit der damals in den Werkstätten des Bauhauses die ersten Prototypen erarbeitet wurden, wurde auch hier jedes Detail – von der Lampe bis zum Türgriff – eigens für den Laden entworfen und gefertigt.

Die FIRMA-Kollektion hat sich inzwischen in den besten Geschäften der Welt etabliert - von BIFFI Mailand, APROPOS Köln, SPRMKT Amsterdam, BEAMS Tokio, 58’s Frankfurt, FRED SEGAL Santa Monica, JOHANNES SCHULZ Hamburg, PENELOPE Brescia bis GALÉRIES LAFAYETTE Berlin… Parallel dazu soll jetzt das anhand des Berliner „Stammhauses“ exemplarisch vorgestellte Monolabelstore-Konzept auch an anderen, strategisch wichtigen Standorten umgesetzt werden. Als nächstes ist ein FIRMA-Geschäft in New York geplant.


 
Metallica gibt Eröffnungskonzert – für 10 Euro

Anders als ursprünglich angegeben, wird es nun doch ein öffentliches Fest zur Eröffnung der O2 World am 10. September geben. Das kündigte der Europa-Chef der Anschutz Entertainment Group, Detlef Kornett, gegenüber Morgenpost Online an.

Während im Inneren der bis zu 17.000 Zuschauer fassenden Multifunktionsarena am Ostbahnhof in Friedrichshain rund 1000 geladene Gäste feiern, soll es nach Sonnenuntergang gegen 21 Uhr ein großes Feuerwerk sowie „eine Show geben, die einen Vorgeschmack auf die Möglichkeiten der neuen Arena gibt“, so der Europa-Chef. Der Besuch des öffentlichen Festes ist kostenlos.

Während der Countdown zur Eröffnung bereits läuft, und jeden Tag neue Checks Technik und Gebäude auf den Ansturm der Massen vorbereiten, schließen sich auch die wenigen verbliebenen Lücken im Veranstaltungsprogramm. Während bislang Rockstar Herbert Grönemeyer am 13. September als „nationaler Eröffnungs-Akt“ in der O2 World gehandelt wurde, haben sich jetzt Gerüchte bestätigt, wonach die Heavy Metal Band Metallica aus den USA am 12. September ihr neues Album „Death Magnetic“ in Berlin vorstellen wird – und zwar als Eröffnungskonzert in der O2 World.

Während das Grönemeyer-Konzert genauso wie das von Coldplay am 15. September ausverkauft ist, gibt es ab sofort die Metallica-Karten im Internet. Der Eintritt kostet zehn Euro. Alle Tickets werden ausschließlich über die Metallica-Webseiten „Mission:Metallica“ und „Metclub“ verkauft (www.metclub.com und www.missionmetallica.com ). Die harten Jungs spenden die Einnahmen aus der Vorstellung des neuen Albums dem Deutschen Herzzentrum Berlin.

Gleich ganz ohne Gage will Berlins Rüpel-Rapper Bushido am 15. Oktober in der O2-Arena auftreten. Das zumindest kündigt er auf seiner Internet-Seite an. Das kostenlose Konzert sei als Dankeschön an die Fans zur Feier seines neuen Albums „Heavy Metal Pay Back“ und als Tournee-Auftakt zu verstehen, heißt es auf www.kingbushido.de.

Berliner Morgenpost, [26.08.2008]


 
10.000 Berliner gehen für den guten Zweck

Am 7. September (10 Uhr) startet der größte Spendenspaziergang Berlins durch die Hauptstadt. Bis zu 12.000 Erwachsene und Kinder, Flaneure, Walker und Jogger werden zum 5. ECCO Walkathon erwartet, um mit ihren Füßen Gelder für drei wohltätige und nachhaltige Hilfsprojekte zu erlaufen: Für die „Brücke für herzkranke Kinder“ des Deutschen Herzzentrums Berlin; für das kenianische Straßenkinderprogramm „Street Work“ der Hilfsorganisation Street Kids International; und zu Gunsten des WWF, um das Kongo-Becken als weltweit zweitgrößtes Regenwaldgebiet und Lebensraum für Tiere, Pflanzen und Ureinwohner zu bewahren.

Das Motto „Gehen für den guten Zweck“ ist leicht verständlich: Jeder wählt eine der beiden 6 und 10 Kilometer langen Routen, die vom Start-Ziel-Bereich am Großen Stern durch Tiergarten und Mitte führen. Und der dänische Schuhhersteller ECCO überweist für jeden gelaufenen Kilometer 1 Euro an eines der karitativen Projekte. Dabei entscheidet jeder selbst, für welches Projekt die erlaufenen Gelder verwendet werden sollen. Allein in Berlin haben so seit 2004 rund 30.000 Teilnehmer über 260.000 Euro gesammelt.

Die Besucher können sich auf ein spannendes Programm für die ganze Familie freuen. So sorgen auf der Bühne P.R. Kantate und Andrej Hermlin mit seinem Swing Dance Orchestra für den richtigen Schwung. Und auch die jungen Besucher kommen auf ihre Kosten: Große Schatzsuche durch den Tiergarten, Hüpfburgen, Kinderschminken, Clowns, Parcours für die Sinne und der Kinderzirkus der UfaFabrik machen aus dem Walkathon einen großen Spieltag für Kinder.

Der Tagesspiegel, [26.08.2008]


 
Die Temporäre Kunsthalle ist im Rohbau fast fertig, das Kunst-Experiment am Rand des Spreekanals kann bald beginnen

Offiziell nennt sich der viereckige Kasten an der Schloßbrücke gegenüber dem Lustgarten "Temporäre Kunsthalle Berlin". In dem 55 Meter langen, 20 Meter breiten und zehn Meter hohen Gebäude wird gerade Beton als Bodenplatte vergossen, bis zum Eröffnungstermin am 29. Oktober gehen noch viele Handwerker ein und aus. Dann kann das Kunstexperiment auf dem Schloßplatz am Ufer des Spreekanals beginnen. „An dieser historischen Stelle mitten in Berlin wenden wir uns an ein großes internationales kulturinteressiertes Publikum“, sagt Bärbel Hartje, die Sprecherin der Kunsthalle, „wir zeigen Kunst, die in Berlin entstanden ist“. Außerdem soll es einen Buchladen geben und ein Café. Und gegenüber, im Alten Museum, wartet das Kontrastprogramm mit der Kunst der Antike.

Den Anfang in der neuen Halle macht (bis 28. Dezember) eine Videoinstallation mit Filmen von Candice Breitz, einer südafrikanischen Künstlerin, die seit acht Jahren in Berlin lebt. Ursprünglich war bei dem neuen Kunst-Haus direkt neben dem Sockel des einstigen Kaiserdenkmals vom „White Cube“ die Rede, jenem weißen, gänzlich neutralen Würfel, den zwei engagierte Künstlerinnen als letzte kulturelle Handlung in den dem Untergang geweihten Palast der Republik gestellt hatten. Die beiden haben mit ihrer Hartnäckigkeit und einem Dutzend für dieses Projekt geworbener Sponsoren nun auch die neue Kunsthalle auf Zeit in die umschwärmte Mitte gebracht, aber ein Kubus ist dieser überdimensionale Schuhkarton mit 600 Quadratmetern Ausstellungsfläche ebensowenig wie er sich in Weiß zeigt.

Schon das Äußere ist nämlich, werden wir belehrt, ein eigenständiges Werk. Der seit 1999 in Berlin lebende Künstler Gerwald Rockenschaub erdachte sich Wolken (weiß) mit zackigen Formen am Himmel (blau). Aber die Wolken sind gepixelt – wie mit einer Digitalkamera aufgenommen und so stark vergrößert, dass die einzelnen quadratischen Bildpunkte (Pixel) sichtbar werden. In diesen Tagen also wird die Halle stellenweise blau gestrichen, am 6. September soll die Außenhaut mit der gepixelten Wolke fertig sein. Innen soll die Halle tatsächlich neutral weiße Wände haben, die die ausgestellten Werke für sich selbst wirken lassen.

Bis Ende 2010 werde das Haus stehen, heißt es, bis nämlich der Wiederaufbau des Schlosses beginnt, aber in Berlin dauert ja alles immer ein bisschen länger. Und vielleicht findet der freche Volksmund bald einen weniger sperrigen Begriff als „Temporäre Kunsthalle“.

Und die Umgebung? Auch hier beginnen die Bauarbeiten. Hoch gestapelt liegen auf dem einstigen Parkplatz die künftig begehbaren Stege aus unbehandeltem Lärchenholz. Dazu wird es zwischen der Kunsthalle und dem Gelände des einstigen Palasts der Republik eine dünne Lage Rasen geben, die nur ein Minimum an Pflege benötigt und nicht betreten werden soll. Später soll die mit Sand aufgefüllte Betonwanne, auf der das Gewicht des Palastes ruhte, mit strapazierfähigem Spiel- und Sportrasen begrünt werden. Dort werden sich die hölzernen Stege zu großzügigen Sonnendecks verflechten. Aber dies erst im Sommer 2009 – und wenn nichts dazwischenkommt.

Der Tagesspiegel, [25.08.2008]


 
Über ein halbes Dutzend Wolkenkratzer direkt am Alexanderplatz? Möglich wäre es

Über ein halbes Dutzend neuer Hochhäuser könnten sich direkt am Alexanderplatz gruppieren, für zwei davon sieht Mittes Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD) so gute Chancen, dass sie „sofort gebaut werden dürften“. Zum einen wäre das ein 150-Meter-Turm neben dem Alexa-Einkaufszentrum, zum anderen ein ebenso hoher auf dem Gelände, auf dem gerade das Geschäftshaus „die neue Mitte“ entsteht. Dieser Bau, der auf der Seite zur Grunerstraße fast fensterlos ist, dem Alex teilweise auch die Kehrseite zeigt, hatte kürzlich den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) erzürnt: Das alles sehe ziemlich hässlich aus.

Direkt an dieser fensterlosen Brandwand des neuen Geschäftshauses aber könnte das Hochhaus errichtet werden, das Baurecht liegt vor, konkrete Pläne des Investors Hines gibt es noch nicht. Gothe aber glaubt, dass hier und direkt am Alexa am ehesten der Bau einer Hochhausreihe beginnen kann, für die der städtebauliche Wettbewerb von 1993 (gewonnen von Hans Kollhoff) die Weichen gestellt hat.

Dass diese Skyline je verwirklicht wird, ist in den letzten Jahren immer wieder bezweifelt worden und nach Ansicht des Baustadtrats eine „Frage der Jahrzehnte“. Er glaubt aber, dass die Hochhäuser kommen, es lasse sich „planungsrechtlich nicht mehr umdrehen“. Der Senat, dessen städtebauliche Verträge von einem Baubeginn bis 2013 ausgehen, rechnet damit, dass sich der Bau bis spätestens 2018 hinziehen kann. Eine zwingende Bau-Verpflichtung gibt es nicht, die wirtschaftliche Situation der Bauherrn muss berücksichtigt werden. An der Hochhausplanung werde aber festgehalten, versicherte kürzlich Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD).

Stadtrat Gothe betonte gestern, er finde den Alexanderplatz schön, und er werde durch die gerade gebaute Tiefgarage, die oberirdische Stellflächen überflüssig mache, an Attraktivität noch gewinnen. Er teile allerdings die Kritik an der fast fensterlosen Fassade, mit der das gerade gebaute Geschäftshaus „die neue Mitte“ das Gegenüber zum fast fensterlosen Alexa-Einkaufszentrum bildet. Nur hätte der künftige „Ankermieter“, ein Elektronikmarkt, geschlossene Wände verlangt, da habe der Bauherr „nur begrenzt Einfluss“, meinte Gothe. Der Bezirk könne bei einem Warenhaus dieser Art nicht – anders als bei einem Bürohaus – Fenster vorschreiben. Deshalb habe auch das Alexa, in dem ebenfalls ein Elektronikmarkt untergebracht sei, kaum Fenster. Der Umbau des Kaufhofes sei dagegen gut gelungen, er zeige Fenster, die er hinter der Wabenfassade des einstigen Centrum-Warenhauses nicht gehabt habe.

Das Bauwerk, das gerade am Alex entstehe, werde aber, so Gothe, zum Platz hin eine große Fensterfront haben, dahinter Rolltreppen, und den künftigen Kunden böte sich ein phantastischer Blick auf den Alexanderplatz. Der Regierende Bürgermeister hatte, als er kürzlich über den Platz schimpfte, einen größeren Überblick, weil er vom 14. Stock des einstigen Haus des Reisens in die Tiefe sah. Auch dieses Gebäude soll nach der noch gültigen Hochhausplanung einem 150-Meter-Riesen weichen. Aber es lässt sich offensichtlich auch so gut vermieten. Gebaut werden dürfen Wolkenkratzer dieser Größenordnung unter anderem auch auf dem Kaufhof-Gelände, auf dem Hotelgelände des Hochhauses Park Inn, auf dem langgestreckten Areal des bundeseigenen Immobilienunternehmens TLG. Aber auch hier gibt es bislang keine konkreten Vorstellungen, auch diese Gebäude sind gut vermietet, so dass der Bezirk Bauanträge vorerst nicht erwartet.

Die Hochhaus-Euphorie der neunziger Jahre ist bei den Stadtplanern verflogen, taucht aber immer wieder auf, wenn Grundstückseigentümer wie Sonae neue Pläne ankündigen. Im letzten Jahr war der Verkauf eines Areals für das Hochhaus in Aussicht gestellt, das möglichst schon 2010 stehen sollte. Da war auch wieder von neuem Schwung für die Wolkenkratzer-Skyline die Rede, deren Architektur völlig offen ist. Insgesamt 13 Hochhäuser mit über 40 Stockwerken hatte der städtebauliche Siegerentwurf vorgegeben, für acht gibt es das Baurecht. Gothe glaubt nicht, dass es Investoren gibt, die planungrechtliche Chancen ungenutzt verstreichen lassen und „nicht scharf darauf sind, bauen zu dürfen“.

Aber wenn gebaut wird, sind es zunächst wohl nur so genannte Sockelgeschosse, wie bei der „neuen Mitte“. Aber der Platz hat mit dem neuen Kaufhof, dem sanierten Berolina-Haus, nicht zuletzt auch durch das Alexa, im wahrsten Sinne an Farbe gewonnen, gilt als zunehmend interessanter Immobilienstandort.

Mit Investoren wie Hines und Kaufhof verhandelt Gothe derzeit Tiefgründigeres: Wie sich Millionen von Kaugummiresten, die Klaus Wowereit auch erzürnt hatten, beseitigen lassen. Vor allem fehlt es an Geld, um den Platz zukünftig besser und öfter zu reinigen. „Aber wir sind auf gutem Weg“, sagte Gothe. Das ist ihm erst mal wichtiger als neue Hochhäuser.

Der Tagesspiegel, [25.08.2008]


 
Holocaust-Mahnmal wurde erneut mit Hakenkreuzen geschändet

Eine Woche nachdem Unbekannte das Mahnmal für die in der NS-Zeit verfolgten Homosexuellen im Bezirk Mitte beschädigt hatten, ist auch das benachbarte Holocaust-Mahnmal geschändet worden. Ein Wachschützer entdeckte am Sonnabend elf Hakenkreuze, die in roter und schwarzer Farbe mit einem Edding-Stift auf sieben Betonstelen gekritzelt waren. Die kleinste Schmiererei war nach Angaben der Polizei zirka 20 mal 20 Zentimeter, die größte 55 mal 60 Zentimeter groß. Von den Tätern fehlte auch gestern noch jede Spur. Die Abteilung Staatsschutz beim Landeskriminalamt übernahm die Ermittlungen, weil sie davon ausgeht, dass es nicht gewöhnlicher Vandalismus war, sondern eine Tat von Neonazis.

Der Geschäftsführer der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Uwe Neumärker, zeigte sich gestern "entsetzt". Nach seinen Worten handelt es sich um die größten Schmierereien seit der Eröffnung des Mahnmals.

Die Sicherheitsmaßnahmen sollen nicht verschärft werden - noch nicht. "Jede Straftat führt dazu, dass wir unser Sicherheitskonzept überprüfen", sagte der Sprecher des Polizeipräsidenten, Frank Millert, gestern. "Was wir tun, ist bereits auf einem sehr hohen Niveau." Derzeit gehen rund um die Uhr zwei private Wachschützer Streife. Hinzu kommen Polizisten, die in Uniform, aber auch in Zivil immer wieder an dem Stelenfeld vorbeischauen.

Das Sicherheitskonzept für das 1,9-Hektar-Areal haben der Bund, das Land Berlin und die Mahnmalstiftung gemeinsam ausgearbeitet. Die Mahnmalstiftung wollte, dass Besucher so wenig wie möglich von Sicherheitsmaßnahmen merken. Auch Kameras gibt es nicht, weil sie das Konzept des Architekten Peter Eisenman stören würden. Jeder solle das Gelände jederzeit von allen Seiten betreten können. Besucher können sich zwischen den 2 711 Stelen gut verstecken.

"Kaum zu verhindern"

"Selbst wenn man hundert Wachleute im Einsatz hätte, dann könnte man solche Sachen nicht immer verhindern", sagte Neumärker. Außerdem würden nach seinen Worten Kameras, Zäune und mehr Aufpasser den Charakter des Mahnmals verändern. Er verwies darauf, dass es angesichts der Größe des Stelenfeldes und der Millionen an Besuchern relativ wenige Hakenkreuz-Schmierereien gebe. Innerhalb von drei Jahren habe es rund 15 solcher Vorkommnisse gegeben. Einschränkend sagte der Geschäftsführer: "Wir müssen abwarten. Wenn sich die Vorfälle so entwickeln wie in der vergangenen Woche, dann müssen wir vielleicht eine neue Diskussion über die Sicherheit führen." Der Ehrenvorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Alexander Brenner, sagte gestern der Berliner Zeitung: "Vorfälle dieser Art sind symptomatisch für diese Gesellschaft." Er empfahl: "Jetzt sollten die Sicherheitsmaßnahmen nicht geändert werden. Noch nicht."

Erst am Wochenende zuvor hatten Unbekannte das im Mai eröffnete Mahnmal für die von den Nazis verfolgten Homosexuellen im Tiergarten schwer beschädigt. Die Täter zerstörten das Sichtfenster, hinter dem ein sich küssendes Männer-Paar zu sehen ist.

Berliner Zeitung, [25.08.2008]


 
Neben dem Admiralspalast soll ein neues Hotel- und Bürogebäude entstehen

Es wird eine neue Klage gegen das Baurecht an der Friedrichstraße geben. Falk Walter, Hausherr im Admiralspalast, will einen Neubau auf dem Nachbargrundstück vor Gericht stoppen. Dort haben, wie gestern berichtet, die Arbeiten für ein Hotel- und Bürohaus begonnen.

Walter fürchtet, dass der Bau den Innenhof des Admiralspalastes verschattet und dass Veranstaltungen dort künftig nicht mehr möglich sein werden. Außerdem sieht er seine Pläne für ein Bad unterm Dach mit Terrasse in Gefahr. Er könne auch nicht verstehen, warum er Fassaden denkmalgerecht saniere, wenn wenige Meter davor ein neues Gebäude entsteht. „Außerdem sind wir mit Mietminderungen konfrontiert“, sagte Walter: Das Restaurant „San Nicci“ im Vorderhaus des Admiralspalastes störe sich am Baulärm und dem aufgewirbelten Staub.

Die Baugenehmigung für das Grundstück an der Friedrichstraße 100 hat das Bezirksamt Mitte erteilt. Die Behörde wollte zur anstehenden Klage nicht Stellung nehmen. Sollte Walter Recht bekommen, könnte das Land Berlin erneut mit Schadensersatzforderungen konfrontiert sein. Im Streit um das gegenüberliegende Spreedreieck hatte das Land vier Millionen Euro zahlen müssen. Die Opposition im Abgeordnetenhaus will nun im anstehenden Spreedreieck-Untersuchungsausschuss klären, wie es zur Baugenehmigung kam. Ihr Verdacht: Die Bauherren hätten als Kompensation dafür, dass sie nicht gegen das Spreedreieck klagen, ihr Baurecht erhalten, was nun den Admiralspalast in den Schatten stelle.

Der Tagesspiegel, [23.08.2008]


 
Star-Gala-Revue wird glänzend angenommen

Am Donnerstag, den 21. August 2008 feierte die "Sommerrevue im Friedrichstadtpalast" Halbzeit: Zum zehnten Mal begrüßten Kim Fisher und Peter Wieland die Gäste auf der mit über 2.800 qm größten Theaterbühne der Welt. Und die Berliner und Brandenburger sowie die Touristen in der Hauptstadt scheinen den Rat von Jochen Kowalski anzunehmen, der nach der Premiere der Sommerrevue riet: „Hingehen, hingehen, hingehen. Ein Garant für gute Laune.“ Denn bis zum heutigen Freitag wurden über 22.000 Tickets verkauft, über 16.000 Besucher waren bisher im Kurz-Urlaub an der Friedrichstraße 107.

Dr. Berndt Schmidt, Geschäftsführer des Friedrichstadtpalastes, freut sich über den Erfolg: „Ich hatte unseren Gästen seit meinem Amtsantritt zwar aufmerksam zugehört und ahnte schon, dass es für diese traditionelle Form der Star-Gala-Revue eine Nachfrage gibt. Von dieser enormen Resonanz bin ich dann allerdings auch positiv überrascht. Die Gesamtauslastung der ersten Woche lag bei über 80 Prozent – und das zu der eigentlichen Sommerloch-Zeit. So gute August-Werte hatten wir seit vielen Jahren nicht. Da haben wir wirklich einen Nerv getroffen.“ Überlegungen, auch im kommenden Jahr eine gesonderte Sommer-Bespielung anzubieten, gibt es momentan trotzdem nicht. Schmidt: „Der Spielplan 2009 steht und ‚Qi – eine Palast- Phantasie’ ist so aufwändig gestrickt, auch in der internationalen Besetzung, dass man nicht mal eben vier Wochen pausieren kann. Außerdem ist Qi stark genug auch für den Sommer. Allerdings wird es Ende 2009 und im Januar 2010 eine ‚Winterrevue’ geben, wieder wie jetzt in Form einer klassischen Star-Gala-Revue.“

Seit dem 20. August ist Walter Plathe ebenfalls wichtiger Bestandteil des Künstlerreigens und auch er wird von den Gästen blendend angenommen. Ab Dienstag, 26. August 2008, übernimmt zudem Maria Santina Schrader die Moderation von Kim Fisher, die bereits vor ihrem Engagement anderweitige Verpflichtungen angenommen hatte. Maria Santina Schrader freut sich auf ihre Auftritte in Europas größten Show-Palast: “Es gibt nichts Schöneres für mich, als mit Menschen zusammenarbeiten zu dürfen, die diese Freude an ihrem Beruf haben. Alle sind hoch motiviert, ob Bühnenarbeiter, Tänzer, Musiker, Dirigenten... Es ist ein faszinierendes Erlebnis für mich und ein großes Geschenk, an diesem wunderbaren Theater arbeiten und in dieser herrlichen Sommerrevue mitwirken zu dürfen.“

Und einen Rückkehrer verzeichnet die „Sommerrevue im Friedrichstadtpalast“ ebenfalls: Michael Sens wird entgegen der ursprünglichen Planung, aber aufgrund seines großen Erfolges – seine Auftritte waren umjubelt und auch in den Presserezensionen sehr gut besprochen – ab 29. August für die letzten vier Shows wieder auf der Bühne stehen. Der Schluss-Spurt wird also aufregend – und schon eng auf den besten Plätzen!

 
Nicht höher als 30 Meter, Glattputz oder Stein, keine leuchtenden Farben

Unter den Linden, am Gendarmenmarkt, der Museumsinsel und auf dem Schlossplatz sollen Neubauten künftig äußerst strengen Regeln unterliegen. Glasfassaden, überdimensionierte Dachgeschosse und Werbung an den Außenflächen sollen bei der Genehmigung von Neubauvorhaben in Berlins historischer Mitte künftig von vornherein ausgeschlossen werden. Das sieht der Entwurf für die Gestaltungssatzung „Historische Mitte“ vor, die die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung erarbeitet hat. Im Geltungsbereich entlang der Prachtstraße Unter den Linden, am Gendarmenmarkt, der Museumsinsel sowie auf dem Schlossplatz will die Behörde damit künftig bei Neubauten mehr Mitspracherecht haben. Doch kaum werden nun Details aus dem Entwurf bekannt, wächst die Kritik an der Ausformulierung. Während die einen befürchten, dass damit die Regulierungswut der Behörden weiter zunimmt, geht die Vorlage anderen nicht weit genug.

Bereits ab 2009 sollen Bauherren im Geltungsbereich der Gestaltungssatzung folgende Vorschriften beachten müssen: Gebäude dürfen nicht höher als 30 Meter sein. Fassaden müssen mit Stein oder Glattputz versehen werden. Die Farbgebung soll sich an der Umgebung orientieren, leuchtende Farben sind tabu. Verspiegelte Fenster sind unzulässig, zudem darf der Fensteranteil höchstens 50 Prozent der Gesamtfassade ausmachen. Werbung an den Gebäuden darf nur noch im Erdgeschoss angebracht werden und nicht mehr als 50 Prozent der Fassade einnehmen. Leuchtreklame wird komplett ausgeschlossen.

Tonziegel sind nicht erwünscht

Auch bei der Dachform gibt es genaue Vorschriften: So darf der Neigungswinkel bei Dachgeschossen zur Straßenfront nur zwischen 30 und 60 Grad liegen. Die Dachdeckung muss aus Kupferblech, Schiefer oder Zinkblech sein, Tonziegel sind nicht erwünscht. Gauben dürfen nicht mehr als die Hälfte der gesamten Dachlänge einnehmen. „Bei all diesen Details handelt es sich lediglich um einen Entwurf, der noch mit den Fachabteilungen abgestimmt werden muss“, so Manuela Damianakis, Sprecherin der Senatorin für Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer (SPD).

Die Gesellschaft Historisches Berlin (GHB), deren Ziel es ist, die Mitte der Hauptstadt nach historischem Vorbild umzugestalten, ist trotz der weitreichenden Eingriffe in das Baurecht nicht ganz glücklich mit den Planungen der Senatorin. Die Gesellschaft hatte ab Dezember 2007 Unterschriften unter anderem für eine Gestaltungssatzung gesammelt, das Verfahren vor wenigen Wochen jedoch gestoppt, weil bis dahin lediglich 10000 Stimmen zusammengekommen waren. „Zum einen sind wir unzufrieden, weil wir gerne mitarbeiten würden, bislang aber nicht einmal über die Inhalte des Entwurfs informiert wurden“, rügt GHB-Vorstand Bernd Wendland. Enttäuscht ist der Verein vor allem, weil die Rathausbrücke, für deren Wiederaufbau nach altem Vorbild sich die Gesellschaft einsetzt, nicht enthalten ist.

Zumindest als „Teilerfolg“ wertet die CDU den Vorstoß der SPD-geführten Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Die CDU hatte noch vor der Sommerpause zwei entsprechende Anträge ins Abgeordnetenhaus eingebracht. Darin wurde der Senat auch aufgefordert, für das „Gebiet der historischen Mitte (Nikolaiviertel, Rathausbrücke / Schlossareal / Bauakademie / Staatsoper / Museumsinsel mit Dom-Areal und Lustgarten) eine Erhaltungssatzung zu erlassen.“

CDU: Vorschriften nicht zu rigide anwenden

Dieser Forderung, so der baupolitische Sprecher der CDU im Abgeordnetenhaus, René Stadtkewitz, werde nun zumindest in Teilen entsprochen. „Wir werden uns nun dafür einsetzen, dass auch die Rathausbrücke in die Satzung Eingang findet“, so Stadtkewitz. Man wolle aber auch darauf achten, dass die neuen Vorschriften nicht zu rigide angewendet werden. „Schließlich wollen wir keine Investitionen lahmlegen.“ Genau das aber befürchten Kenner der Baubranche.

Heinz H. Meermann gehört zu den Investoren in Mitte, die bereits viele Gebäude in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz hergerichtet haben. Derzeit plant er zudem nach den Plänen des Architekturbüros Elisabeth Rüthnick das Pergamon-Palais. Das Ensemble aus fünf Wohn- und Geschäftshäusern entsteht direkt gegenüber dem Pergamonmuseum. Rund 50 Millionen Euro steckt die deutsch-spanische Meermann Chamartin Gruppe in das Vorhaben. „Für das Ensemble, das sich in die historische Bebauung einfügen wird, gab es einen Wettbewerb, alles wurde mit der Denkmalbehörde abgestimmt“, sagt er. Eigentlich bestehe kein Bedarf für weitere Regelungen. „Jede Fassade ist doch bereits heute schon mit den Behörden abgestimmt“, sagt er. Es sei doch schade, wenn ein Gebäude wie die Galeries Lafayette mit ihrer auffälligen Fassade an der Friedrichstraße künftig nicht mehr möglich wäre.

Ob solche Befürchtungen gerechtfertigt sind, wird sich ab 2009 zeigen. In der Vergangenheit jedenfalls hat die Landesregierung bereits den Beweis erbracht, dass sie durchaus nicht gewillt ist, ihren eigenen Regelungen auch zu folgen. So setzte Ex-Bausenator Jürgen Klemann (CDU) die Gestaltungssatzung für den Pariser Platz beim Bau der Akademie der Künste einfach außer Kraft – und genehmigte eine Fassade nur aus Glas.

Berliner Morgenpost, [19.08.2008]


 
Open-Air-Konzert auf dem Bebelplatz

Zweifellos besitzt die 9. Sinfonie im kulturellen Gedächtnis Europas und der Welt einen besonderen Platz. Vielfach wurde sie politisch instrumentalisiert, nicht selten wurde sie aus den Konzertsälen herausgeholt, um sie zum gesellschaftlichen "Event" zu machen. Und dies keinesfalls zu Unrecht, verstand und versteht es diese Musik mit ihrer eindringlichen Botschaft doch, die Menschen über die Grenzen von Ländern und Kulturen hinweg stets aufs Neue anzusprechen. In diesem Sinne ist auch das Konzert im Rahmen von STAATSOPER FÜR ALLE auf dem Bebelplatz dazu angetan, die Wirkungskraft von Beethovens "Neunter" unter Beweis zu stellen.

Es singen Anna Samuil, Simone Schröder, Burkhard Fritz und Christof Fischesser.

Sonntag, 31, August 2008, Bebelplatz, 16 Uhr, Eintritt frei.

 
Der Berliner Dom hat wieder ein goldenes Kuppelkreuz

Die 12,5 Tonnen schwere und 15 Meter hohe Konstruktion wurde von Stahlbauern und Kletterern fixiert, im Laufe des Tages sollte es dauerhaft befestigt werden. Zahlreiche Schaulustige und Journalisten verfolgten die komplizierten Arbeiten.

Dompredigerin Petra Zimmermann sagte, das Kreuz habe der Stadt gefehlt. Nach Domangaben ist das goldene Kuppelkreuz auch ein "Versprechen für die Stadt". Für Christen sei es ein Zeichen dafür, dass ihr Glaube an den gekreuzigten und wiederauferstandenen Christus in dieser Stadt sichtbare und lebendige Orte hat.

Kostenpunkt für das Kreuz: 700.000 Euro

Wegen Rostschäden war das alte Domkreuz im Dezember 2006 von der Kuppel gehoben worden. Weil sich die Konstruktion als irreparabel erwies, wurde eine neue von der Metallbaufirma Breidenbach aus Peiting in Bayern angefertigt. Berliner Spezialisten belegten sie später mit Blattgold. Die Kosten für die gesamten Sanierungsmaßnahmen am Berliner Dom betragen insgesamt 1,2 Millionen Euro, davon 700.000 Euro für das neue Kreuz.

Der Berliner Dom in seiner jetzigen Form war zwischen 1894 und 1905 errichtet worden. Die Arbeiten erfolgten nach Plänen des Architekten Julius Carl Raschdorff. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Gotteshaus mehrfach durch Bomben getroffen, brannte schließlich aus und stürzte teilweise ein. Nach ersten Sicherungsarbeiten im Jahr 1953 erfolgte zwischen 1975 und 1993 der komplette Wiederaufbau im Innen- und Außenbereich.

Der Tagesspiegel, [19.08.2008]

 
Die BVG rüstet auf: Im September stellt Bombardier auf der Innotrans seine "Flexity Berlin"-Serie vor

Die Straßenbahnzüge aus DDR-Zeiten haben ausgedient. Ab kommenden Herbst rollen die ersten "Flexity"-Bahnen durch die Hauptstadt. Sie werden allerdings zunächst nur testweise fahren - 2011 sollen sie die alten Tatra-Bahnen dann jedoch komplett ersetzen, von denen noch mehr als 200 Züge im Einsatz sind.

Breiter, länger und runder

Mit einer Gesamtlänge von 40 Metern ist die neue Straßenbahn 13 Meter länger als die bisherigen modernen Modelle, zudem 20 Zentimeter breiter. Die "Flexity Berlin" soll mehr Bewegungsfreiheit für Passagiere und leichtere Einstiegsmöglichkeiten durch breite Doppeltüren und ebene Zugänge bieten. Rollstühle, Fahrräder und Kinderwagen finden in den vergrößerten Multifunktionsbereichen Platz. Im Gegensatz zu den Tatra-Bahnen verfügt das neue Modell über eine Klimaanlage.

Eingesetzt werden soll die Neue vor allem auf den stark frequentierten Linien M2, M4, M5 und M10. Bei einem erfolgreichen Testlauf kommen neben den vier Bahnen in drei Jahren 206 weitere dazu. Vorgestellt werden die Modelle des Typs "Flexity Berlin" aus dem Bautzener Bombardier-Werk am 20. September auf der Fachmesse Innotrans.

Der Tagesspiegel, [19.08.2008]; Foto: Bombardier


 
Deutsche Weinkönigin Evelyn Schmidt begeistert von Grands Vins Mercure

Die Krone ist Pflicht, ansonsten aber interpretiert die Deutsche Weinkönigin Evelyn Schmidt (abseits bemühter Trachtentümelei) ihre Aufgabe lieber modern – genau so wie Hoteldirektor Paolo Masaracchia, der die junge Regentin zuallerest mit dem sehr unkomplizierten und freundlich-fröhlichen Service seines Teams beeindruckte.

Masaracchia hatte Evelyn Schmidt zu einem Abstecher von der straff organisierten Weinrallye in sein Mercure Hotel & Residenz Berlin Checkpoint Charlie bewegt: "Das macht mein Team und natürlich auch mich schon etwas stolz, dass sie bereits die dritte Weinkönigin ist, die uns besucht" – und besonders angetan war von der Atmosphäre des lufigen Weingartens. Besonderes Lob hatte Schmidt für die Grands Vins Mercure übrig – und hier für die Idee, Winzer in ihrem Heimatland zu fördern und eine Auswahl exquister Weine einem breiten Publikum nahe zu bringen.

 
Der Dom erhält morgen seine neu vergoldete Bekrönung

Morgen wird der Berliner Dom sein charakteristisches Kuppelkreuz samt Laternenbekrönung zurückerhalten - gutes Wetter mit so wenig Windböen wie irgend möglich vorausgesetzt. Selbst geringe Windgeschwindigkeiten gelten nämlich in fast hundert Meter Höhe als problematische Böen. Dombaumeister Stefan Felmy rechnet aber auf die Hilfe Petrus', im Himmel bekanntlich für das Wetter verantwortlich: "Wir haben alles gut vorbereitet, es kann nichts schief gehen."

Für die Gemeinde ist es ein so großes Ereignis, dass um sieben Uhr morgens eine Andacht mit Dom-Predigerin Petra Zimmermann angesetzt ist. Schon heute kommt bereits der 500 Tonnen starke Autokran, der die 12,5 Tonnen schwere und 15 Meter hohe Konstruktion auf das Dach hievt. Im Laufe des heutigen Tages müssen auf dem Bauhof neben dem Dom eine Menge Vorarbeiten geleistet werden. Am Nachmittag wird die Bekrönung zu ihrem Standort vor den Dom gefahren. Morgen müssen Spezialkletterer die Mammutkonstruktion an den alten Platz bringen. Das könnte schon kurz nach acht Uhr morgens der Fall sein. "Der Kran muss seine Last zentimetergenau absetzen, sonst beginnen wir von vorn", sagt der Dombaumeister.

Das alte, 1981 montierte Kuppelkreuz und die Bekrönung waren im Dezember 2006 wegen irreparabler Rostschäden abmontiert worden. Später waren noch weitere Schäden aufgetaucht: Die sogenannten Bommeln der zwei Königskronen über dem Hauptportal waren heruntergefallen, die im Innern liegende Eisenkonstruktion war ebenfalls verrostet. Das in den vergangenen Jahrzehnten verwendete Edelkupfer hatte in einem Erosionsprozess den in der Konstruktion verwendeten Stahl total zerfressen.

Das Kuppelkreuz war im Innern so stark zerstört, dass nur noch ein völlig neues Kreuz in Frage kam. Eine Firma aus Peiting in Bayern hat bereits den Rohbau aus Edelstahl in diesem Mai angeliefert. In einer eigens errichteten Halle an der Nordseite des Doms ist in den vergangenen Wochen das Werk mit Kupfer verkleidet, lackiert und vergoldet worden. Was die Kirche mit der alten Konstruktion macht, ist offen.

Einschließlich weiterer Sanierungen rechnet die Dom-Gemeinde mit Kosten von 1,42 Millionen Euro. Unterstützt wird sie von der Städtebauförderung und dem Denkmalschutz mit 450 000 Euro, mit 480 000 Euro durch die Cornelsen-Stiftung sowie mit 200 000 Euro aus dem Etat von Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU). Mehr als 100 000 Euro sind Einzelspenden.

Kaiser Wilhelm II. ließ den Barockbau als Symbol des deutschen Protestantismus zwischen 1894 und 1905 errichten. Nach Schäden im Zweiten Weltkrieg begann 1975 der Wiederaufbau. Im Juni 1993 war die Predigtkirche dann vollständig rekonstruiert. Zur Dom-Gemeinde mit ihren 45 Mitarbeitern gehören 1 060 Mitglieder, die im Gegensatz zu Ortsgemeinden über das ganze Stadtgebiet verteilt leben.

Berliner Zeitung, [18.08.2008]


 
Die Melone war am schnellsten weg - gleich nach dem Fisch, den die Stadtbärinnen Schnute und Maxi gestern serviert bekamen. Anlass war der 69. Geburtstag des Geheges hinter dem Märkischen Museum am Köllnischen Park in Mitte.

Etwa 250 Schaulustige verfolgten die Fütterung der Bärendamen. Diese werden seit der Wiedervereinigung von zwei Mitarbeitern des Bezirks Mitte betreut, davor war der Tierpark zuständig. Berlins Tierschutzbeauftragter Klaus Lüdcke hatte die Anlage kürzlich als nicht zeitgemäß und zu klein bezeichnet. "Eine Einzelmeinung", kommentierte Mittes Vizebürgermeister Joachim Zeller (CDU) gestern.

Berliner Zeitung, [18.08.2008]


 
Ruhig ist es in der Linienstraße. Sie beginnt an der von Touristen geliebten Oranienburger Straße, die wiederum dort von der Friedrichstraße abbiegt, wo diese als Chausseestraße nach Norden weitergeht.

Seit einigen Tagen ist die Linienstraße "Fahrradstraße", das Fahrradzeichen wurde auf die Fahrbahn gemalt, an den Kreuzungen informieren blaue Schilder: Fahrradstraße. Anlieger frei. Ein großer Wagen liefert "Möbel für Menschen" aus, geduldig wartet das Auto hinter ihm, bis es weitergeht. Der Montag ist ein stiller Tag in der Linienstraße, einige Galerien und Geschäfte haben geschlossen.

Schon beim Überqueren der Oranienburger Straße spürt man auf dem Weg zur neuesten Berliner Fahrradstraße - es gibt schon andere - das Vorderrad einer jungen Radlerin in den Hacken. Es wäre falsch zu sagen, die Fußgänger stünden auf der unteren Stufe der Verkehrshackordnung, aber in solchen Momenten denkt man es doch. Allein im ersten Halbjahr 2008, heißt es aus der Verkehrsverwaltung, sei der Radverkehr um neun Prozent gestiegen.

Als Nächstes soll die nord-südlich laufende Max-Beer- beziehungsweise Rochstraße in Mitte zur Fahrradstraße werden, was eine angenehme Verbindung zwischen Hackeschem Markt und Rosa-Luxemburg-Platz schaffen wird. Ginge es nach der Abscheulichkeit des Verkehrs in der parallel laufenden, stark befahrenen Torstraße, die wie eine Ringstraße um Mitte herumführt, dann müsste es in der Linienstraße vor Radlern nur so wimmeln. Doch „Anlieger frei“ bildet keinen effektvollen Ausschluss von Autos. In der Linienstraße wirkt es als nette Einladung: Etliche nutzen freie Parkplätze, haben also ein „Anliegen“, es stehen schließlich ja auch Parkscheinautomaten dort.

Wo so viele Heilpraktiker, Rechtsanwälte und Fachärzte, Osteopathen arbeiten und Galerien, Geschenkläden, Immobilienbüros und Designgeschäfte beheimatet sind, kommen viele „Anlieger“. Langsam fahren müssen nach dem Gesetz der Fahrradstraße alle. Radler dürfen nebeneinander fahren, das sieht gemütlich aus. Was das Radler- und Fußgängerleben auf der Schönhauser Allee riskant macht, ist beim Streifzug durch die Linienstraße nicht zu erleben: Kein Radler rast entgegen der Fahrtrichtung an einem vorbei.

FAZ.NET, [14.08.2008]


 
Stärkere Einflussnahme auf Gestaltung gefordert

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat gestern Kritik an der städtebaulichen Entwicklung am Alexanderplatz geübt. Das vor einem Jahr eröffnete Einkaufszentrum Alexa sei zwar "innen gut gelungen", die rosafarbene Fassade sei aber "gewöhnungsbedürftig", sagte er bei einer städtebaulichen Rundfahrt mit Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD). Zugleich warnte Wowereit davor, am Alexanderplatz weitere städtebauliche Fehler zu machen. So müsse beim Bau des Geschäftshauses gegenüber dem Haus des Lehrers aufgepasst werden, dass auch die rückwärtige Häuserfront attraktiv gestaltet werde und keine "schroffe Betonwand" erhalte. Es dürfe dort in Anbetracht der fensterlosen Fassade nicht der Eindruck entstehen, dass man "durch einen oberirdischen Tunnel" fahre. Er erwarte von den Planungsbehörden, dass sie an prominenten Plätzen künftig stärker Einfluss auf die Gestaltung nehmen, sagte der Regierende.

Unzufrieden zeigte sich Wowereit aber auch mit dem Granit-Pflaster auf dem Alexanderplatz. Auf den zwischen den Jahren 2006 bis 2007 verlegten Platten klebten inzwischen "Millionen" von Kaugummis, die hässliche Flecken hinterlassen haben. Den Zustand will Wowereit nicht hinnehmen. "Wir sind dabei, Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten", sagte er. "Wir reden mit der Stadtreinigung.

Trotz der Kritik ist Wowereit zufrieden, dass sich der Alexanderplatz weiter entwickelt. Ein gelungenes Beispiel sei der Umbau des Kaufhofs. Der Alexanderplatz sei aber auch "prädestiniert für weitere Hotels", sagte der Regierende Bürgermeister. Drei sollen in den nächsten Jahren entstehen. Zwei Hotels sind neben dem Bahnhof Alexanderplatz geplant, ein weiteres in der Karl-Liebknecht-Straße.

Die Hochhausplanung aus den 90er-Jahren, nach der bis zu zehn 150 Meter hohe Türme rund um den Alexanderplatz errichtet werden sollen, hält Wowereit weiter für richtig. Er sei sicher, dass mittelfristig das eine oder andere Hochhaus entstehen werde, sagte er. Insofern müssten auch die Flächen dafür frei gehalten werden. Großformatige Werbeplakate sollen an den Freiflächen aber verhindert werden, sagte Junge-Reyer.

Bevor Wowereit und Junge-Reyer den Alexanderplatz besuchten, machten sie sich ein Bild von der Entwicklung am Hauptbahnhof. Dort sind ebenfalls mehrere Hotels geplant. Am benachbarten Humboldthafen soll hingegen ein Standort für zeitgenössische Kunst etabliert werden, sagte Wowereit. Die Grundstücke werden demnächst zum Verkauf ausgeschrieben.

Nach einem Abstecher zur Mediaspree in Friedrichshain-Kreuzberg, wo Wowereit den geplanten zehn Meter breiten Uferweg verteidigte, sah sich der Regierungschef noch ein ganz besonderes Umnutzungsprojekt an: das ehemalige Gefängnis in Rummelsburg. Dort entstehen bis zum Jahresende 147 moderne Wohnungen. 144 wurden bereits verkauft und zum großen Teil vermietet. Ob das auch was für Wowereit wäre? Nein. "Ich habe ja schon ein schönes Backsteingebäude, in dem ich die meiste Zeit verbringe", sagte er in Anspielung auf das Rote Rathaus.

Berliner Zeitung, [15.08.2008]