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Festival des Vins
Vom 12. März bis zum 10. April 2010 in den Galeries Lafayette

In diesem Frühjahr wollen die Galeries Lafayette Sie auf eine Entdeckungsreise zu den talentierten jungen Winzern Frankreichs mitnehmen. Diese Winzer repräsentieren mit ihren neuen Ideen und ihrer neuen Sichtweise auf das Jahrtausende alte Getränk WEIN die Zukunft Frankreichs: Die Sorgfalt, die Präzision und die Erfahrung, die sie dabei walten lassen, sind das Ergebnis ihrer Leidenschaft und ihrer festen Verankerung in der lebendigen Tradition.

Ihr Streben nach Qualität zeigt sich in ihrem tiefen Respekt für das Terroir. Die obersten Ziele ihrer Arbeit sind die Suche nach Authentizität und das Tei len dieser Leidenschaft mit anderen Weinliebhabern. Seit mehr als einem Jahrhundert erzeugen die Häuser in der Roussi llon-Domaine Puig Parahy und der Languedoc-Domaine la Tour Boisée herausragende Weine.

Entdecken Sie die Komplexität, die Eleganz, das Kraftvolle, aber auch die Feinheit dieser Weine in unserem Festival des Vins Frühjahr/Sommer 2010.

A votre santé im Namen der "équipe des vins" des Lafayette Gourmet.
Festival des Vins
Vom 12. März bis zum 10. April 2010 in den Galeries Lafayette

In diesem Frühjahr wollen die Galeries Lafayette Sie auf eine Entdeckungsreise zu den talentierten jungen Winzern Frankreichs mitnehmen.
Vom 12. März bis zum 10. April 2010 in den Galeries Lafayette

In diesem Frühjahr wollen die Galeries Lafayette Sie auf eine Entdeckungsreise zu den talentierten jungen Winzern Frankreichs mitnehmen. Diese Winzer repräsentieren mit ihren neuen Ideen und ihrer neuen Sichtweise auf das Jahrtausende alte Getränk WEIN die Zukunft Frankreichs: Die Sorgfalt, die Präzision und die Erfahrung, die sie dabei walten lassen, sind das Ergebnis ihrer Leidenschaft und ihrer festen Verankerung in der lebendigen Tradition.

Ihr Streben nach Qualität zeigt sich in ihrem tiefen Respekt für das Terroir. Die obersten Ziele ihrer Arbeit sind die Suche nach Authentizität und das Tei len dieser Leidenschaft mit anderen Weinliebhabern. Seit mehr als einem Jahrhundert erzeugen die Häuser in der Roussi llon-Domaine Puig Parahy und der Languedoc-Domaine la Tour Boisée herausragende Weine.

Entdecken Sie die Komplexität, die Eleganz, das Kraftvolle, aber auch die Feinheit dieser Weine in unserem Festival des Vins Frühjahr/Sommer 2010.

A votre santé im Namen der "équipe des vins" des Lafayette Gourmet.

 
Kleckern oder klotzen
Die historische Kuppel auf dem Humboldt-Forum steht erneut zur Disposition

Braucht das wiederzuerrichtende Berliner Schloss eine Kuppel?
Die historische Kuppel auf dem Humboldt-Forum steht erneut zur Disposition

Braucht das wiederzuerrichtende Berliner Schloss eine Kuppel? Oder geht es nicht auch mit einer abgespeckten Version, deren Vollendung späteren Generationen überlassen wird? Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) hatte vor einer Woche im Tagesspiegel bezweifelt, dass die Spenden ausreichen würden, um eine historische Kuppel zu bauen, nachdem von den 80 Millionen Euro, die der Förderverein Berliner Schloss zugesagt hat, erst eine Million gesammelt sei.

Das Schloss, ab 1700 durch Andreas Schlüter und später Eosander von Göthe ausgebaut, kam fast 150 Jahre ohne Kuppel aus. Friedrich August Stüler fügte sie erst Mitte des 19. Jahrhunderts hinzu, um der gewaltigen Baumasse eine Richtung und einen Abschluss zu geben. Der Bundestag hat 2002 festgelegt, dass drei der vier historischen Fassaden wiedererrichtet werden müssen, eine Kuppel jedoch nur als „wünschenswerte Möglichkeit“ bezeichnet. Allerdings war die Kuppel fester Bestandteil des Entwurfs von Franco Stella, der 2008 – ebenfalls vom Bundestag – als Wettbewerbssieger gekrönt wurde.

In dem Gesamtetat für das Projekt von 552 Millionen Euro sind sieben Millionen fest vorgesehen für das tragende Gerüst der Kuppel, die in der Vollversion allerdings 15 Millionen kosten würde. Die Differenz müsste vermutlich durch die Spenden bezahlt werden, was allerdings so nirgendwo festgelegt ist. Die Bauherrin, die 2009 gegründete „Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum“, sagt jedenfalls, dass nach aktuellem Stand nur eine kleine Kuppel möglich wäre, die das historische Vorbild höchstens zitiert.

Wilhelm von Boddien, Geschäftsführer des Fördervereins, ist zuversichtlich, dass die Spenden erst nach Baubeginn so richtig fließen werden. Bereits jetzt hätte sein Verein deutlich mehr als eine Million Euro gesammelt, nämlich zwölf Millionen, von denen allerdings erst eine Million an die Stiftung übergeben worden sei. „Peter Ramsauer war falsch informiert, aber ich mache ihm keinen Vorwurf, er ist ja eigentlich für Verkehr zuständig“, so von Boddien.

Dem Berliner Bundestagsabgeordneten Wolfgang Wieland (Grüne) zufolge gibt es im Parlament eine Mehrheit für die Kuppel: „Viele Abgeordnete sind inzwischen auch mental in Berlin zu Hause und haben sich die Hauptstadt angeeignet“, so Wieland. Dass die meisten von ihnen lieber acht Kilometer Autobahn statt einer Kuppel hätten, wie Ramsauer behauptet, hält er für „nicht zutreffend und außerdem einen Rückfall ins Denken der 60er Jahre.“ Allerdings teile er Ramsauers Skepsis, was den Spendenfluss angeht. Monika Grütters (CDU), Vorsitzende des Kulturausschusses, plädiert für eine vollständige Kuppel: „Wir sollten sie auf jeden Fall bauen. Die Kuppel prägt den Charakter des ganzen Schlosses, und wir sehen ja am Dach des Hauptbahnhofs, dass eine Sparversion schnell zur Dauereinrichtung werden kann.“ Einer so großartigen Idee wie der Präsentation außereuropäischer Kulturen auf dem zentralen Platz der Republik dürfe man keine kleingeistige äußere Gestalt geben.

Pro
Beim Kölner Dom hat es nach der Grundsteinlegung 1248 über 600 Jahre gedauert, bis er fertig gebaut war. So kann man es natürlich auch mit dem Berliner Stadtschloss halten. Erst skizzieren wir architektonisch den Grundriss, ohne barocke Kuppel und Fassade. Je nach Finanzlage wird im Laufe der Jahrzehnte (Jahrhunderte?) das eine oder andere angebaut. Angesichts des Schuldenbergs der Republik ist absehbar, dass dies ein Projekt mit Ewigkeitswert wird. Irgendwie reizvoll, der Gedanke, aber nicht im Sinne des Erfinders. Der Wille des Bundestags war eindeutig, das Stadtschloss in historischer Form, wenn auch nicht originalgetreu wiederaufzubauen. Ein Neubau war eben nicht gewollt, und deshalb macht sich der Bund nicht nur unglaubwürdig, sondern auch lächerlich, im Herzen der Republik einen Kasten hinzusetzen, in dem das Alte nicht erkennbar wird, der aber auch nichts wirklich Neues ist. Die Kuppel war, da helfen keine Ausflüchte, das Wahrzeichen des Schlosses, ein Kernbestandteil seiner Architektur. Das kann man nicht weglassen oder durch einen Billigersatz andeuten. Das wäre genauso peinlich, wie nach vielen Jahren international beachteter Planungen für die Mitte der Hauptstadt aus finanziellen Gründen den Rollrasen liegen zu lassen. Wahrhaftig ein Armutszeugnis.
Ulrich Zawatka-Gerlach


Contra
Nein, es ist kein Geld für die Kuppel da. Gewiss, in das Budget wurden ein paar Milliönchen eingestellt. Aber die reichen nur für eine Kuppel „light“. Das ist so geschmacklos wie entrahmter Joghurt mit Kunstaroma und Süßstoff. Die Planer sagen es so: „Im Budget ist eine vereinfachte Kuppel enthalten, die die Umrisse der historischen Kuppel nachvollzieht.“ Wir werden also nachvollziehen können, wie eine Kuppel wäre, wenn man sie gebaut hätte. Virtuos virtuell, könnte man höhnen, wenn die Sache nicht so ernst wäre. Denn eines ist klar: Wenn der Beton-Ornat ohne Ornamente erst mal draufsitzt, dann wird ihn niemand mehr abreißen. Die Schlossgegner würden dann triumphieren über den Anblick im Herzen der Stadt. Also bitte: Baut das Schloss oben ohne! Denn die Blöße, die sich Bund und Länder damit geben, würde den Druck auf die Spendenbereitschaft erhöhen. Sehr bald wäre dann das Geld da für ein würdiges, ein vollständiges Schloss mit historischer Kuppel. Technisch ist ein Schloss-Bau in Etappen kein Problem. Warum also nicht die Vollendung des Werks künftigen Generationen überlassen? „Die Unvollendete“ ist schließlich auch nur deshalb so großartig, weil Franz Schubert sie von Anfang an groß dachte. Aber im Gegensatz zu der Sinfonie ließe sich das unvollendete Schloss vollenden.
Ralf Schönball

Der Tagesspiegel, [07.03.2010]

 

 
Osterbrunch & 3-Gang Menü mit Blick auf die Spree - Restaurant HEat
Osterbrunch am 4. April und 3-Gang Ostermenü vom 3. bis 5. April

Genießen Sie das Osterfest mit Freunden oder Ihrer Familie beim Brunch mit Live-Musik. Alle kleinen Gäste sind zum Eierbemalen und zur Ostereiersuche eingeladen.
Osterbrunch am 4. April und 3-Gang Ostermenü vom 3. bis 5. April

Genießen Sie das Osterfest mit Freunden oder Ihrer Familie beim Brunch mit Live-Musik. Alle kleinen Gäste sind zum Eierbemalen und zur Ostereiersuche eingeladen.

Osterbrunch am 4. April 2010 von 12.00 bis 15.00 Uhr

Verbringen Sie den Ostersonntag gemütlich mit Freunden oder Ihrer Familie beim Brunch im Restaurant HEat. Genießen Sie das Brunchbüffet inklusive Live-Musik mit Blick auf die Spree und den Berliner Dom. Alle kleinen Gäste sind zum Eierbemalen und zur Ostereiersuche eingeladen. Bei sonnigem Wetter und frühlingshaften Temperaturen lädt die große Terrasse zum Verweilen ein.

Hier ein Auszug vom Buffet:

Live-Station mit Sushi von Lachs, Tandoori Hühnchen, Krebsfleisch, Ingwer, Avocado / Eingelegte Heringe in Tomaten-Curry-Dillmarinade / Rettich-Melonensalat mit herzhaften Serrano Schinken / Hausgeräucherte Weidelammhüften auf Frühlings-Linsengemüse / Frische Austern am Gast überbacken / Antipasti von jungem Gemüse / Cremesuppe vom Feldsalat an Speckcroutons / Mariniertes Lamm und Hühnerfleisch aus dem Original Tandoorofen / Naan-Brot mit verschiedenen Joghurtsaucen / Saltimbocca vom Kalb an Broccoli und Sauce Hollandaise / Atlantischer Tiefseewels auf feinem Lauchrahmgemüse / Provenzalische Lammkeule aus dem Rotisol / Minigemüse und Muschelnudeln im eigenen Sud aus dem Holzofen / Pasta mit zwei verschiedenen Saucen / Dessertbuffet aus der hauseigenen Patisserie

Das Brunchbüffet kostet pro Person EUR 45,00 inklusive einem Glas Sekt, Säften, Tee und Kaffee. Kinder in Begleitung Ihrer Eltern bis 6 Jahre speisen kostenfrei und Kinder im Alter von 7 bis 14 Jahren bezahlen EUR 19,00.


3-Gang Ostermenü vom 3. bis 5. April 2010 von 12.00 bis 23.00 Uhr

- Crépinette vom Lammrücken mit grünem Spargel an Feldsalat, Wachtelei und Trüffel
- Gesottene Ochsenbacken in Portweinjus an Karotten-Apfel Tarte und Kartoffel Soufflé
- Schneeweißes Mandelmilchtörtchen im Frühlingsmeer

Pro Person EUR 43,00

Das 3-Gang Ostermenü ist nicht verfügbar während des Osterbrunchs.

Hier geht’s zum Osterarrangement inklusive Osterbrunch:

http://www.radissonblu.de/hotel-berlin/sonderangebote/ostern-berlin

 

 
Vom 12. März bis zum 10. April 2010 in den Galeries Lafayette

In diesem Frühjahr wollen die Galeries Lafayette Sie auf eine Entdeckungsreise zu den talentierten jungen Winzern Frankreichs mitnehmen. Diese Winzer repräsentieren mit ihren neuen Ideen und ihrer neuen Sichtweise auf das Jahrtausende alte Getränk WEIN die Zukunft Frankreichs: Die Sorgfalt, die Präzision und die Erfahrung, die sie dabei walten lassen, sind das Ergebnis ihrer Leidenschaft und ihrer festen Verankerung in der lebendigen Tradition.

Ihr Streben nach Qualität zeigt sich in ihrem tiefen Respekt für das Terroir. Die obersten Ziele ihrer Arbeit sind die Suche nach Authentizität und das Tei len dieser Leidenschaft mit anderen Weinliebhabern. Seit mehr als einem Jahrhundert erzeugen die Häuser in der Roussi llon-Domaine Puig Parahy und der Languedoc-Domaine la Tour Boisée herausragende Weine.

Entdecken Sie die Komplexität, die Eleganz, das Kraftvolle, aber auch die Feinheit dieser Weine in unserem Festival des Vins Frühjahr/Sommer 2010.

A votre santé im Namen der "équipe des vins" des Lafayette Gourmet.

 

 
Die historische Kuppel auf dem Humboldt-Forum steht erneut zur Disposition

Braucht das wiederzuerrichtende Berliner Schloss eine Kuppel? Oder geht es nicht auch mit einer abgespeckten Version, deren Vollendung späteren Generationen überlassen wird? Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) hatte vor einer Woche im Tagesspiegel bezweifelt, dass die Spenden ausreichen würden, um eine historische Kuppel zu bauen, nachdem von den 80 Millionen Euro, die der Förderverein Berliner Schloss zugesagt hat, erst eine Million gesammelt sei.

Das Schloss, ab 1700 durch Andreas Schlüter und später Eosander von Göthe ausgebaut, kam fast 150 Jahre ohne Kuppel aus. Friedrich August Stüler fügte sie erst Mitte des 19. Jahrhunderts hinzu, um der gewaltigen Baumasse eine Richtung und einen Abschluss zu geben. Der Bundestag hat 2002 festgelegt, dass drei der vier historischen Fassaden wiedererrichtet werden müssen, eine Kuppel jedoch nur als „wünschenswerte Möglichkeit“ bezeichnet. Allerdings war die Kuppel fester Bestandteil des Entwurfs von Franco Stella, der 2008 – ebenfalls vom Bundestag – als Wettbewerbssieger gekrönt wurde.

In dem Gesamtetat für das Projekt von 552 Millionen Euro sind sieben Millionen fest vorgesehen für das tragende Gerüst der Kuppel, die in der Vollversion allerdings 15 Millionen kosten würde. Die Differenz müsste vermutlich durch die Spenden bezahlt werden, was allerdings so nirgendwo festgelegt ist. Die Bauherrin, die 2009 gegründete „Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum“, sagt jedenfalls, dass nach aktuellem Stand nur eine kleine Kuppel möglich wäre, die das historische Vorbild höchstens zitiert.

Wilhelm von Boddien, Geschäftsführer des Fördervereins, ist zuversichtlich, dass die Spenden erst nach Baubeginn so richtig fließen werden. Bereits jetzt hätte sein Verein deutlich mehr als eine Million Euro gesammelt, nämlich zwölf Millionen, von denen allerdings erst eine Million an die Stiftung übergeben worden sei. „Peter Ramsauer war falsch informiert, aber ich mache ihm keinen Vorwurf, er ist ja eigentlich für Verkehr zuständig“, so von Boddien.

Dem Berliner Bundestagsabgeordneten Wolfgang Wieland (Grüne) zufolge gibt es im Parlament eine Mehrheit für die Kuppel: „Viele Abgeordnete sind inzwischen auch mental in Berlin zu Hause und haben sich die Hauptstadt angeeignet“, so Wieland. Dass die meisten von ihnen lieber acht Kilometer Autobahn statt einer Kuppel hätten, wie Ramsauer behauptet, hält er für „nicht zutreffend und außerdem einen Rückfall ins Denken der 60er Jahre.“ Allerdings teile er Ramsauers Skepsis, was den Spendenfluss angeht. Monika Grütters (CDU), Vorsitzende des Kulturausschusses, plädiert für eine vollständige Kuppel: „Wir sollten sie auf jeden Fall bauen. Die Kuppel prägt den Charakter des ganzen Schlosses, und wir sehen ja am Dach des Hauptbahnhofs, dass eine Sparversion schnell zur Dauereinrichtung werden kann.“ Einer so großartigen Idee wie der Präsentation außereuropäischer Kulturen auf dem zentralen Platz der Republik dürfe man keine kleingeistige äußere Gestalt geben.

Pro
Beim Kölner Dom hat es nach der Grundsteinlegung 1248 über 600 Jahre gedauert, bis er fertig gebaut war. So kann man es natürlich auch mit dem Berliner Stadtschloss halten. Erst skizzieren wir architektonisch den Grundriss, ohne barocke Kuppel und Fassade. Je nach Finanzlage wird im Laufe der Jahrzehnte (Jahrhunderte?) das eine oder andere angebaut. Angesichts des Schuldenbergs der Republik ist absehbar, dass dies ein Projekt mit Ewigkeitswert wird. Irgendwie reizvoll, der Gedanke, aber nicht im Sinne des Erfinders. Der Wille des Bundestags war eindeutig, das Stadtschloss in historischer Form, wenn auch nicht originalgetreu wiederaufzubauen. Ein Neubau war eben nicht gewollt, und deshalb macht sich der Bund nicht nur unglaubwürdig, sondern auch lächerlich, im Herzen der Republik einen Kasten hinzusetzen, in dem das Alte nicht erkennbar wird, der aber auch nichts wirklich Neues ist. Die Kuppel war, da helfen keine Ausflüchte, das Wahrzeichen des Schlosses, ein Kernbestandteil seiner Architektur. Das kann man nicht weglassen oder durch einen Billigersatz andeuten. Das wäre genauso peinlich, wie nach vielen Jahren international beachteter Planungen für die Mitte der Hauptstadt aus finanziellen Gründen den Rollrasen liegen zu lassen. Wahrhaftig ein Armutszeugnis.
Ulrich Zawatka-Gerlach


Contra
Nein, es ist kein Geld für die Kuppel da. Gewiss, in das Budget wurden ein paar Milliönchen eingestellt. Aber die reichen nur für eine Kuppel „light“. Das ist so geschmacklos wie entrahmter Joghurt mit Kunstaroma und Süßstoff. Die Planer sagen es so: „Im Budget ist eine vereinfachte Kuppel enthalten, die die Umrisse der historischen Kuppel nachvollzieht.“ Wir werden also nachvollziehen können, wie eine Kuppel wäre, wenn man sie gebaut hätte. Virtuos virtuell, könnte man höhnen, wenn die Sache nicht so ernst wäre. Denn eines ist klar: Wenn der Beton-Ornat ohne Ornamente erst mal draufsitzt, dann wird ihn niemand mehr abreißen. Die Schlossgegner würden dann triumphieren über den Anblick im Herzen der Stadt. Also bitte: Baut das Schloss oben ohne! Denn die Blöße, die sich Bund und Länder damit geben, würde den Druck auf die Spendenbereitschaft erhöhen. Sehr bald wäre dann das Geld da für ein würdiges, ein vollständiges Schloss mit historischer Kuppel. Technisch ist ein Schloss-Bau in Etappen kein Problem. Warum also nicht die Vollendung des Werks künftigen Generationen überlassen? „Die Unvollendete“ ist schließlich auch nur deshalb so großartig, weil Franz Schubert sie von Anfang an groß dachte. Aber im Gegensatz zu der Sinfonie ließe sich das unvollendete Schloss vollenden.
Ralf Schönball

Der Tagesspiegel, [07.03.2010]

 
Osterbrunch am 4. April und 3-Gang Ostermenü vom 3. bis 5. April

Genießen Sie das Osterfest mit Freunden oder Ihrer Familie beim Brunch mit Live-Musik. Alle kleinen Gäste sind zum Eierbemalen und zur Ostereiersuche eingeladen.

Osterbrunch am 4. April 2010 von 12.00 bis 15.00 Uhr

Verbringen Sie den Ostersonntag gemütlich mit Freunden oder Ihrer Familie beim Brunch im Restaurant HEat. Genießen Sie das Brunchbüffet inklusive Live-Musik mit Blick auf die Spree und den Berliner Dom. Alle kleinen Gäste sind zum Eierbemalen und zur Ostereiersuche eingeladen. Bei sonnigem Wetter und frühlingshaften Temperaturen lädt die große Terrasse zum Verweilen ein.

Hier ein Auszug vom Buffet:

Live-Station mit Sushi von Lachs, Tandoori Hühnchen, Krebsfleisch, Ingwer, Avocado / Eingelegte Heringe in Tomaten-Curry-Dillmarinade / Rettich-Melonensalat mit herzhaften Serrano Schinken / Hausgeräucherte Weidelammhüften auf Frühlings-Linsengemüse / Frische Austern am Gast überbacken / Antipasti von jungem Gemüse / Cremesuppe vom Feldsalat an Speckcroutons / Mariniertes Lamm und Hühnerfleisch aus dem Original Tandoorofen / Naan-Brot mit verschiedenen Joghurtsaucen / Saltimbocca vom Kalb an Broccoli und Sauce Hollandaise / Atlantischer Tiefseewels auf feinem Lauchrahmgemüse / Provenzalische Lammkeule aus dem Rotisol / Minigemüse und Muschelnudeln im eigenen Sud aus dem Holzofen / Pasta mit zwei verschiedenen Saucen / Dessertbuffet aus der hauseigenen Patisserie

Das Brunchbüffet kostet pro Person EUR 45,00 inklusive einem Glas Sekt, Säften, Tee und Kaffee. Kinder in Begleitung Ihrer Eltern bis 6 Jahre speisen kostenfrei und Kinder im Alter von 7 bis 14 Jahren bezahlen EUR 19,00.


3-Gang Ostermenü vom 3. bis 5. April 2010 von 12.00 bis 23.00 Uhr

- Crépinette vom Lammrücken mit grünem Spargel an Feldsalat, Wachtelei und Trüffel
- Gesottene Ochsenbacken in Portweinjus an Karotten-Apfel Tarte und Kartoffel Soufflé
- Schneeweißes Mandelmilchtörtchen im Frühlingsmeer

Pro Person EUR 43,00

Das 3-Gang Ostermenü ist nicht verfügbar während des Osterbrunchs.

Hier geht’s zum Osterarrangement inklusive Osterbrunch:

http://www.radissonblu.de/hotel-berlin/sonderangebote/ostern-berlin

 
In Mitte eröffnet heute das "Easyhotel" – eine von vielen günstigen Herbergen

Die Dusche ist vom Bett nicht mal einen Katzensprung entfernt, vorausgesetzt es handelt sich um eine kleine Katze, denn eine große könnte zum Sprung gar nicht erst ansetzen. Die Zimmer im neuen „Easyhotel“ sind maximal zehn Quadratmeter groß, Tisch und Schrank sucht man hier vergeblich, Dusche und Bett sind lediglich durch eine Glaswand voneinander getrennt. Das Gute an der minimalistischen Einrichtung ist ihr minimalistischer Preis: Wer früh genug bucht, zahlt gerade mal 20,10 Euro für eine Übernachtung.

Heute eröffnet Deutschlands erstes „Easyhotel“ am Rosenthaler Platz in Mitte. In London, Bulgarien, Zypern, Ungarn und der Schweiz ist das Unternehmen bereits vertreten. Dass nun Berlin als neuer Standort hinzukommt, wundert nicht: Gerade bei jungen Touristen gilt die deutsche Hauptstadt als Trendmetropole, Wochenende für Wochenende kommen hunderte feierlustiger Gäste aus dem Ausland, um Clubs wie das Berghain oder das Weekend zu besuchen. Die meisten von ihnen reisen in sogenannten Billigfliegern wie Easyjet oder Ryanair an, für sie hat sich eine eigene Bezeichnung eingebürgert: Easy-Jet-Set. Dass dieser Easy-Jet-Set nun sein eigenes Hotel bekommt, ist nur konsequent.

Budgethotels heißen solche Häuser in der Branche, aber Christian Tänzler von Berlin Tourismus Marketing (BTM) hat mit dieser Bezeichnung ein Problem. Was genau ein Budgethotel ist und was nicht, ist nicht exakt definiert: „Heute gibt es schon Designhotels zu sehr günstigen Preisen.“ Im „Motel One“ hinterm Alexanderplatz zum Beispiel kann man bereits ab 49 Euro übernachten, ohne in Sachen Komfort oder Stil Abstriche machen zu müssen. Stiftung Warentest untersuchte vor einem Jahr deutschlandweit 14 Billig-Herbergen, die Hälfte – darunter auch „Motel One“ – schnitt gut ab.

Durchschnittlich 197 Euro gibt ein Tourist in Berlin pro Tag aus, die Kosten für die Unterkunft inklusive. 8,3 Millionen Besucher kamen im vergangenen Jahr in die Stadt, die BTM verzeichnete 18,9 Millionen Übernachtungen, was einem Anstieg von mehr als sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. „Berlin bietet ein exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis und ist deshalb sehr beliebt“, sagt BTM-Sprecher Christian Tänzler. Gerade bei den jungen Besuchern, die einen Großteil der Gäste ausmachen: 50 Prozent sind jünger als 40 Jahre, ein Drittel sogar jünger als 30. „Das sind potenzielle Stammkunden.“

Das Durchschnittsalter der Besucher des „Circus“-Hostels am Rosenthaler Platz liegt sogar noch ein bisschen drunter, bei 23 Jahren. Seit 2001 ist das Hostel mit seinen 250 Betten in dem Gründerzeitbau am Weinbergsweg untergebracht. Hier bekommt man schon für 19 Euro pro Nacht ein Bett in einem Mehrbettzimmer. Zur Zeit finden in dem Haus umfassende Umbauarbeiten statt, eine Million Euro fließen in klimafreundliche Heiztechnik und neue Ausstattung. Eine Innenarchitektin richtet die Zimmer in einem Mix aus Ikea und eigens angefertigten Möbeln ein – Ende des Monats wird im „Circus“ Wiedereröffnung gefeiert. Dass in unmittelbarer Nähe nun Konkurrenz in Form des „Easyhotels“ oder des derzeit noch im Bau befindlichen „All Seasons“-Hotels droht, sieht Gesellschafter Tilman Hierath gelassen. „Dadurch wird der Hotelstandort gestärkt und das Areal um den Rosenthaler Platz wird attraktiver, gerade für Gäste ohne Reservierung.“

Auch BTM-Sprecher Christian Tänzler hält die Gefahr eines Verdrängungswettbewerbs für gering: „Die meisten Häuser haben einen sehr speziellen Charakter und sprechen dadurch ein sehr spezielles Publikum an.“ Das „Ostel“ am Ostbahnhof etwa ist mit DDR-Design eingerichtet, eine Übernachtung gibt es hier bereits ab neun Euro, dafür wachen in den Zimmern Bilder von Walter Ulbricht oder Erich Honecker über den Schlaf der Gäste. Wesentlich mehr Glamour bekommt man für sein Geld in der „Rock ’n’ Roll Herberge“ an der Muskauer Straße in Kreuzberg. Hier zieren Musiker wie Joe Strummer von The Clash oder Falco die Wände; übernachten kann man ab 34 Euro. Und auch wer einen besonders ausgefallenen Schlafplatz sucht, wird fündig: Im „Propeller Island“ in der Albrecht-Achilles-Straße in der Nähe vom Ku’damm kann man in Zellen, Särgen oder Löwenkäfigen übernachten, das günstigste Zimmer hier kostet 69 Euro.

Gerade junge Touristen bevorzugen jedoch den Osten der Stadt, sagt Christian Tänzler. Wegen der vielen Clubs und Bars. Ein Trend, den Tilman Hierath vom gut gebuchten „Circus“-Hostel bestätigt. Vor anderthalb Jahren eröffnete das Unternehmen ein zweites Haus, gleich schräg gegenüber, in der Rosenthaler Straße. Mit Zimmern ab 69 Euro. Hier liegt das Durchschnittsalter der Gäste höher. Weil die Backpacker, die bis vor kurzem noch im Hostel abgestiegen sind, älter geworden sind und etwas mehr Komfort und Luxus erwarten. Und dafür auch bereit sind, mehr Geld auszugeben.

Der Tagesspiegel, [08.03.2010]

 
Vom 10. bis 20. Februar 2011 werden wieder Filme von allen Kontinenten gezeigt

Knapp zwei Wochen nach der Jubiläums-Berlinale steht bereits der Termin für die 61. Internationalen Filmfestspiele Berlin fest. Vom 10. bis 20. Februar 2011 zeigt das größte Publikumsfestival der Welt wieder Filme von allen Kontinenten. Bei der 60. Berlinale sei mit 300 000 verkauften Tickets ein Besucherrekord aufgestellt worden, teilte das Festival am Donnerstag mit. Auch das Interesse der Fachbesucher war ungebrochen: Rund 20 000 Akkreditierte aus 122 Ländern kamen zum Festival, darunter 4000 Pressevertreter. Der Goldene Bär ging dieses Jahr an den türkischen Film "Honig" von Regisseur Semih Kaplanoglu.

Berliner Zeitung, [04.03.2010]

 
Viele Stelen des Holocaust-Mahnmals sind von Rissen durchzogen

Sie sind dünn, manche sogar nur haarfein, aber sie ziehen sich durch den Beton wie zuckende Blitze: Viele Stelen des Holocaust-Mahnmals sind von Rissen durchzogen, eine kalkhaltige Flüssigkeit dringt nach außen und rinnt in langen, hässlichen Bächen an der Oberfläche nach unten. Die Risse gibt es schon mehrere Jahre, die ersten traten bereits ein Jahr nach der Eröffnung des Mahnmals 2005 auf. Zur Zeit sollen 1900 der insgesamt 2711 Stelen betroffen sein, doch jetzt behauptete eine Boulevardzeitung, es seien sogar noch 300 mehr.

„Wir wissen nicht, woher diese Zahl stammt“, sagt Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, „sie ist rein spekulativ.“ Wie jedes Jahr nach der Frostperiode würde die Stiftung in einigen Wochen zählen, wie viele Risse hinzugekommen sind. Seit 2009 läuft ein von ihr eröffnetes Gerichtsverfahren, das klären soll, was die Gründe für die Schäden sind, wer verantwortlich ist und wie die Mängel am besten beseitigt werden können. Die Stelen wurden von der Firma Geither im brandenburgischen Joachimsthal produziert. „Für uns ist das natürlich ein vollkommen unbefriedigender Zustand“, sagt Neumärker, „aber bis das Verfahren nicht abgeschlossen ist, können wir nichts unternehmen und auch nicht mit der Sanierung beginnen.“ Die Besucher seien aber nicht gefährdet: „Das Mahnmal wird nicht bröckeln und auch nicht einstürzen.“

Befürworter der Betonbauweise halten Risse im Beton für unvermeidbar. „Die Betonindustrie bewertet einen Riss nicht als Mangel“, sagt Joachim Schulz. Er ist Lehrbeauftragter an der Beuth Hochschule für Technik Berlin, der ehemaligen Technischen Fachhochschule, und erstellt für die Industrie- und Handelskammer Gerichtsgutachten bei Sichtbetonschäden. 2008 hatte er für die Zeitschrift „Cicero“ – nicht für die Stiftung – den Zustand des Holocaust-Mahnmals eingeschätzt und auf zahlreiche Risse hingewiesen. Thermische Spannung, Hitze, eindringendes Wasser, das sich bei Frost ausdehnt – all das würde Risse unvermeidlich machen. „Es geht immer nur darum, die Rissbreite zu beschränken“, so Schulz. Der strenge Winter hätte bei den aktuellen Schäden nur eine relativ kleine Rolle gespielt. Es kommt aber erschwerend hinzu, dass die Stelen im Inneren hohl sind, was sie für die Thermik anfälliger macht. Hätte man sie allerdings massiv gebaut, hätte das ebenso massive Transportprobleme aufgeworfen – das Betonwerk hätte im Grunde direkt neben dem Mahnmal errichtet werden müssen.

Beim Bau des Mahnmals, das 27,6 Millionen Euro gekostet hat, wurde ein neues Verfahren ausprobiert. Man verwendete sogenannten SV-Beton („Selbstverdichtender Beton“), der besonders flüssig ist und sich von alleine verteilt. Bei herkömmlichem Beton muss dafür ein Rüttler eingesetzt werden. Laut Schulz ist dieser Beton unbewehrt, das heißt, alle 2711 Stelen würden keine stabilisierenden Stahlträger enthalten. Uwe Neumärker widerspricht dem, er sagt, dass zumindest die Stelen, die größer als zwei Meter sind, Stahlträger enthielten. 2005 hieß es, der SV-Beton sei rissfest. „Das hätte man damals nicht behaupten dürfen“, sagt Schulz. Die Stiftung habe es laut Uwe Neumärker „in bestem Wissen und Gewissen“ geglaubt“ – und das, obwohl Peter Eisenman, der Architekt des Holocaust-Mahnmals, schon damals geäußert haben soll: „Concrete cracks“ – Beton reißt. Eisenman hatte seinerzeit die Verwendung eines speziellen Natursteins vorgeschlagen, der aber sehr teuer und schwer zu beschaffen gewesen wäre.

Noch ist nicht abzusehen, wann das Gerichtsverfahren abgeschlossen und mit der Sanierung begonnen werden kann. Inzwischen begeht die Stiftung den fünftenJahrestag des Mahnmals mit einem „Bürgerfest“ am 5. Mai. Dann können sich die Besucher selbst von den Kalkbächen auf dem grauen Beton überzeugen. Sie sehen ein bisschen aus, als seien es Tränen. Was ja in diesem Zusammenhang auch gar nicht unpassend ist.

Der Tagesspiegel, [04.03.2010]

 
Robbie Williams und Rihanna singen, Michael Jackson wurde disqualifiziert

Bei seinem letzten Echo-Auftritt schwebte er von der Hallendecke und sang "Give Peace a Chance". Das war vor sieben Jahren, kurz vor dem Irakkrieg, Robbie Williams wollte mit seiner Showeinlage ein Zeichen setzen.

Diesmal will er nur singen. Und sich nach Möglichkeit anschließend gleich noch eine Auszeichnung abholen, in der Kategorie „bester internationaler Popkünstler“ ist er haushoher Favorit. Ansonsten könnte die 19. Echo-Verleihung am heutigen Donnerstagabend auf dem Messegelände für Überraschungen gut sein: Neben den Auftritten von Robbie Williams und Rihanna kündigte der Veranstalter kurzfristig die Teilnahme von US-Sängerin Ke$ha an, die mit „Tik Tok“ gerade auf Platz eins der deutschen Charts steht. Ke$ha, die eigentlich Kesha Rose Sebert heißt, fiel erst kürzlich bei der Verleihung eines Schweizer Musikpreises durch die Ankündigung auf, einem der Preisträger auf der Aftershowparty „in den Hintern beißen“ zu wollen. Passiert ist aber nichts.

Rund 4000 Zuschauer dürfen sich die Show heute live unterm Funkturm angucken, alle anderen können die Verleihung im Fernsehen verfolgen, die ARD überträgt ab 20.15 Uhr. Auch Xavier Naidoo, Jan Delay und Gossip werden im Showprogramm auftreten. Besonders spannend wird die Entscheidung in der Kategorie „bestes Album des Jahres“, die zwischen Peter Fox, Lady Gaga, Depeche Mode und Rammstein fallen wird.

Disqualifiziert wurde Michael Jackson. Nach den Verkaufszahlen – und die sind für eine Echo-Nominierung entscheidend – hätte seine postum veröffentlichte Hit-Sammlung „King of Pop“ nämlich in die engere Auswahl kommen müssen. Den Regularien entsprechend muss der Interpret allerdings leben, um Aussicht auf einen Echo zu haben, heißt es. Trotzdem soll Jackson heute Abend gedacht werden – wie genau, wird ebenso geheim gehalten wie Details des Auftritts der Berliner Band Ich & Ich, der gestern bei einer Gala im Grill Royal vorab ein Echo als bestes Produzententeam zugesprochen wurde. Sänger Adel Tawil mag „nichts verraten, aber man wird uns hören wie noch nie“. Zudem könne es recht eng werden auf der Bühne, sagt er. Vielleicht wird Tawil von einem Kinderchor begleitet. Vielleicht von einem ganzen Orchester. Möglich auch, dass es zu einem Allstar-Auftritt aller anwesenden Künstler kommt, das gab es schon mehrfach beim Echo, zum Beispiel 1992, als die Scorpions sämtliche Musiker des Abends auf die Bühne baten und dann Herbert Grönemeyer, Udo Lindenberg und Marius Müller-Westernhagen gemeinsam „Wind of Change“ singen mussten.

Westernhagen ist auch heute wieder nominiert, in der Kategorie „bester nationaler Künstler“ hat er allerdings einen sehr schweren Stand gegen Peter Maffay. Der trägt am Abend ein Medley seiner größten Hits vor, von „Du“ bis „Über sieben Brücken musst Du gehen“.

Und noch ein Star hat sich kurzfristig für die Echo-Verleihung angemeldet. Allerdings möchte der weder singen noch Preise annehmen: Hollywood-Schauspieler Val Kilmer ließ am Dienstag telefonisch bei den Veranstaltern anfragen, ob diese nicht noch einen Platz im Publikum bereitstellen könnten – dann würde er nämlich spontan nach Berlin fliegen, er sei sowieso gerade wegen Dreharbeiten in Paris. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Sie können.

Der Tagesspiegel, [04.03.2010]

 
Die BSR ruft noch 350 Arbeitslose mehr zum Kehrdienst – und will auch Bürgern beim Frühjahrsputz helfen

Große Herausforderungen verlangen außergewöhnliche Taten. Deshalb rekrutiert die BSR über die Arbeitsagentur weitere Helfer, um die Stadt von den Unmengen Dreck und Splitt zu befreien. Zusätzlich zu den 1000 ohnehin verpflichteten Winterdienstkräften und den wegen der Glätte angeforderten 650 Helfern stehen nach Auskunft von BSR-Vorstandschefin Vera Gäde-Butzlaff weitere 350 Arbeitslose bereit, so dass – BSR-Beschäftigte inklusive – ab sofort 3600 Einsatzkräfte zum großen Reinemachen ausrücken können. Angefangen wird in der Innenstadt, aber in den vier Wochen bis Ostern will die BSR die Stadt wieder in einen halbwegs ansehnlichen Zustand bringen.

Um schneller voranzukommen, plant die BSR auch zwei „Aktions-Sonnabende“, wie es sie sonst nur zum Laubfall im Herbst gibt. Am 13. und am 20. März sollen dann auch rund 600 Kollegen helfen, die nicht bei der Straßenreinigung arbeiten. Vom 26. März an will die BSR dann auch durch die Außenbezirke fahren und das bis dahin aufgehäufte Streugut aufsammeln. Die BSR empfiehlt Anliegern, die sich selbst kümmern wollen, den Splitt bis dahin zu Bergen zusammenzufegen. Kleine Mengen dürfen auch in die Hausmülltonne geworfen werden, solange die dadurch nicht übermäßig schwer wird.

Nachdem er sich in den Wochen der Glätte durch Ignoranz und flapsige Bemerkungen bei vielen Berlinern unbeliebt gemacht hatte, nimmt der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) den Frühjahrsputz demonstrativ ernst: Bereits am frühen Dienstagmorgen dankte er den rund 200 versammelten BSR-Leuten auf dem Betriebshof Forckenbeckstraße für ihren Wintereinsatz. Nach der wöchentlichen Senatssitzung präsentierte er gemeinsam mit Gäde- Butzlaff den Aktionsplan und bat um Verständnis, dass die Arbeit „nicht von heute auf morgen erledigt sein kann“. Die Frage, warum das Thema seiner persönlichen Fürsorge bedürfe, beantwortete er mit Verweis auf die enormen Kosten des Landes durch den Winter: Zum vor einer Woche beschlossenen, 25 Millionen Euro teuren Anti-Schlagloch-Programm komme jetzt die fast ebenso große Finanzierungslücke der BSR, die über den Landeshaushalt ausgeglichen werden müsse. Woher das Geld kommen soll, ist offenbar noch nicht abschließend geklärt. Ein noch größerer Personalaufwand für den Frühjahrsputz würde laut Wowereit entweder weitere Steuergelder kosten oder höhere Reinigungsgebühren bedeuten.

Nach Auskunft von Gäde-Butzlaff kostet der schneereiche Winter die BSR knapp 35 Millionen Euro und damit fast doppelt so viel wie die eingeplanten 18,3 Millionen. Allein die 2000 Hilfskräfte schlügen mit 270 000 Euro pro Tag zu Buche. Weitere Kosten kommen auf die BSR zu, weil sie erklärtermaßen auch Anlieger unterstützen will, die sich in Gruppen beispielsweise einen Platz in ihrer Wohngegend vornehmen wollen.

Politisch erledigt ist das Thema Winter mit Wowereits Aufbruchssignal allerdings noch nicht: An diesem Mittwoch will Umweltsenatorin Katrin Lompscher (Linke) gemeinsam mit der BSR-Chefin erklären, wie wochenlanges flächendeckendes Glatteis künftig vermieden werden soll. Nach Auskunft von Wowereit ist die in Berlin übliche Möglichkeit, dass Anlieger ihre Haftung für Glätteunfälle an beauftragte Winterdienstfirmen delegieren können, bundesweit die Ausnahme. Damit sind die Anlieger zwar formal ihre Verpflichtung los, aber in der Praxis ist wegen der offenkundig oft überforderten Winterdienstfirmen nichts gewonnen. Die Techniker-Krankenkasse meldet allein aus dem Januar 3200 Unfälle ihrer Versicherten in Berlin. Im ebenfalls frostigen Januar 2009 seien es 400 Unfälle weniger gewesen. Nun prüfe die Krankenkasse Regressforderungen.

Die Männer in Orange haben nach Auskunft der BSR-Chefin bisher rund 430 000 Winterdienst-Einsatzstunden geleistet. Der Durchschnitt der vergangenen Jahre liege bei 90 000 Stunden. Viele hätten seit Weihnachten kaum einen freien Tag gehabt.

Der Tagesspiegel, [03.03.2010]

 
Verlängerung Spielzeit in der Märchenhütte bis zum 7. März

Der Plan war, die Pforte der Märchenhütte diesen Sonntag zu schließen. Nein, nicht für immer. Denn wo Rapunzel ihr Haar herunterlässt, der Fitscher uns das Gruseln lehrt, das Repertoire mit über 20 Grimmis aus den Nähten platzt und die Brüder Grimm gar in pink gastieren, da will sich das Hexenkessel Hoftheater auch weiterhin im Märchenwald verlaufen.

Was für eine märchenhafte Wintersaison! Seit Ende November haben in mehr als 400 Vorstellungen über 42.000 große und kleine Besucher die Märchenhütte beehrt, die abendlichen Erwachsenenvorstellungen waren ausverkauft und man sollte meinen, der Märchenbedarf Berlins sei damit vorerst gestillt. Aber weit gefehlt: Ins Märchenhafte wachsende Wartelisten, Tränenstürme der Entrüstung und massenweise gebrochene Herzen haben das Theaterensemble bewogen, bei den Märchenfiguren ein gutes Wort einzulegen. Immerhin haben die in ihrer Hütte offenbar eine epidemisch-grimmsche Suchtwirkung angestiftet, da können sie wohl schlecht ihr Publikum so kalt auf Entzug schicken.

Die gute Nachricht also ist: Die Märchenhütte verlängert ihre Saison um eine geschlagene Woche bis einschließlich 7. März. Da wird die Großmutter mit einem Haps verspeist, Ilsebill zum König gekrönt, der Hase die Ackerfurche hinunter gehetzt, eine junge Königstochter von ihrer Stiefmutter vergiftet, eine andere mit der Spindel in einen hundertjährigen Schlaf versetzt und der Kater – ja, der stiefelt auch noch mal los.

Regisseur Jan Zimmermann hoch erfreut: "Wir applaudieren einem Publikum, das wirklich jeden Tag bis in die Nächte unser Angebot begeistert bis auf den allerletzten Platz angenommen hat. DANKE!"

Und dann: endlich Theaterferien? Mitnichten! So rastlos wie ein Don Juan die Frauen verführt, so schnell, wie Romeo seine Julia findet, arbeitet das Hexenkessel Hoftheater der im Juni beginnenden Open Air Sommersaison im Amphitheater entgegen. Also: bis gleich...

 

 
Stiftung "Berliner Schloss" ist weiter auf der Suche nach Spendern

Das Schloss bekommt eine Kuppel – aber nach dem derzeitigen Stand nur in vereinfachter Form. Dies bestätigte die vom Bund gegründete „Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum“, die auch Bauherr des Gebäudes ist. Im 480 Millionen Euro großen Budget für den Neubau nach alten Plänen seien die dafür erforderlichen „Kostenansätze in Höhe von sieben Millionen Euro enthalten“. Eine vollständige Rekonstruktion der historischen Kuppel würde aber nach Berechnungen des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung 15 Millionen Euro kosten. Spätestens bis zum Einreichen des Bauantrages im Frühjahr 2011 solle darüber entschieden werden, ob nur die „Umrisse“ der historischen Kuppel nachgezeichnet werden oder doch die große Lösung gewählt wird – wenn nämlich erheblich mehr Spenden fließen als ohnehin benötigt.

Am Montag hatte Bau- und Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) im Tagesspiegel erklärt, dass für die Kuppel sowie für Stuck und Bildhauerarbeiten in Innenhöfen des Stadtschlosses „zusätzliche 50 oder 100 Millionen Euro“ aufgebracht werden müssten. Bisher seien aber nur Spenden in Höhe von einer Million Euro geflossen. Laut Bundestagsbeschluss müssen rund 80 Millionen Euro aus privater Hand in die Rekonstruktion des Hohenzollernbaus fließen. Ramsauer bestätigte dennoch den Terminplan für die Schlossrekonstruktion. Der Bauantrag soll im Frühjahr 2011 eingereicht und das Schloss Ende 2017 eröffnet werden.

Der Geschäftsführer des Fördervereins Berliner Schloss, Wilhelm von Boddien, ist trotz Ramsauers Zweifel davon überzeugt, dass das Stadtschloss mit Kuppel gebaut wird. Er hält daran fest, dass sein Verein 80 Millionen Euro einsammeln kann. „Zwei Drittel der Spenden werden wie bei der Dresdner Frauenkirche erst dann fließen, wenn bereits Teile des Bauwerks zu sehen sind“, sagte er. Sobald ein Vertrag über die Aufgabenteilung mit der vom Bund gegründeten „Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum“ geschlossen ist, verspricht er dem Bauherrn einen „regelmäßigen Zufluss von Spenden“.

Die Stadtentwicklungsverwaltung ist durch Senatsbaudirektorin Regula Lüscher im Stiftungsrat, dem Kontrollgremium des Bauherrn, vertreten. Sprecherin Petra Rohland sagte: „Die Kuppel war Bestandteil des preisgekrönten Entwurfs von Franco Stella, und der Bundestag hat beschlossen, dass der Entwurf realisiert wird.“ Bisher sei beim Senat nichts von einer Änderung dieser Pläne bekannt.

Möglicherweise wird das Stadtschloss in mehreren Ausbaustufen realisiert. „Nicht alle Rekonstruktionswünsche werden sich gleich zu Anfang realisieren lassen, irgendwann aber sollte sich auch das Berliner Schloss neben Reichstag und Dom in die von Kuppeln geprägte Silhouette der Stadt einfügen“, sagt Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Und der Chef der Schloss-Stiftung Manfred Rettig hatte in einem früheren Gespräch dieser Zeitung erklärt, dass die Tragwerke und die Konstruktion des Humboldtforums so ausgelegt werden, dass das knappe Budget eine detailgetreue Rekonstruktion in der Zukunft nicht verhindert. So könne man einige Arbeiten „späteren Generationen“ überlassen – die historische Kuppel etwa? Rettigs Stiftung wird ab Mitte des Jahres die vorbereitenden Arbeiten für Ornamente und Figuren von Fassaden und Innenhöfen des Schlosses übernehmen. Boddiens Förderverein will diese Aufgaben abgeben. Die von seinem Verein beschäftigten Bildhauer würden zur Stiftung wechseln. Die Schloss-Stiftung baut ohnehin eine Bildhauerwerkstatt in Spandau auf. Boddiens Förderverein will sich dann auf das Spendensammeln konzentrieren. „Wir werden das Massengeschäft machen, um die Großspender wird sich die Stiftung selber kümmern“, so Boddien.

Weiteren Schub für die Spendenbereitschaft soll die „Humboldtbox“ bringen. Nach dem Vorbild der „roten Box“ am Potsdamer Platz wird sie Auskunft über den Bau und seine Nutzer geben, aber auch Platz für die Spendensammler bieten. Die Finanzierung der Box läuft unter der privaten Regie von „Megaposter“. Geschäftsführer Gerd Henrich sagt: „Die 25 Pfähle, die das Stahl- und Glasgebäude tragen sollen, wurden bereits 30 Meter tief in die Erde geschlagen“. Bis Dezember soll die Box stehen. Um die Finanzierung ist ihm nicht bange: Das Interesse an Werbeflächen auf der Baustelle sei groß.

Der Tagesspiegel, [02.03.2010]

 

 
Noch 100 Tage Unter den Linden

Mit der Vorstellung von LE NOZZE DI FIGARO am Freitag, 26.2., haben die letzten 100 Tage der Staatsoper Unter den Linden vor der umfassenden Sanierung begonnen, die das älteste Opernhaus Berlins in eine Großbaustelle verwandeln wird. Nach dem letzten Vorhang am 5./6. Juni kommen die Bautrupps und das gesamte Ensemble der Staatsoper zieht mit ihrem neuen Intendanten Jürgen Flimm und ihrem Generalmusikdirektor Daniel Barenboim für drei Jahre in das eigens hergerichtete Schiller Theater in der Charlottenburger Bismarckstraße. Bis dahin aber kann man an alter Stätte Unter den Linden noch 39 Opern­vorstellungen und 24 Konzerte sowie 26 Vorstellungen des Staatsballetts Berlin erleben.

Die letzte Opernpremiere ist am 16. Mai eine Neuinszenierung von Emmanuel Chabriers L´ETOILE mit Sir Simon Rattle als Musikalischem Leiter und Magdalena Kožená als Lazuli. Daniel Barenboim feiert vom 26. März bis 5. April die letzten FESTTAGE im alten Haus mit gleich drei großen Opernaufführungen in Top-Besetzung: EUGEN ONEGIN mit Rolando Villazón, SIMON BOCCANEGRA mit Plácido Domingo und TRISTAN UND ISOLDE mit Waltraud Meier und Peter Seiffert. Insgesamt neun Repertoirewerke stehen in den verbleibenden 100 Tagen noch auf dem Programm, darunter FAUST , CARMEN , TOSCA , L´ELISIR D´AMORE und SALOME mit u. a. Angela Denoke, Anna Prohaska, Burkhard Fritz und René Pape.

Große Künstler prägen auch die letzten 24 Konzertabende und Matineen auf der Staatsopernbühne und im Apollosaal - dazu gehören Pierre Boulez, Lang Lang und Thomas Hampson.

Zum Finale gibt es noch einmal STAATSOPER FÜR ALLE : Am 5. Juni wird die vorerst letzte Opernvorstellung Unter den Linden für viele Tausend Opernfreunde auf den Bebelplatz übertragen: Tschaikowskys EUGEN ONEGIN mit Daniel Barenboim am Pult und Rolando Villazón als Lenski. Am 6. Juni sagen an gleichem Ort Daniel Barenboim und die Staatskapelle Berlin mit einem Live-Konzert »adieu«. Dank der Unterstützung von BMW Berlin ist der Eintritt an beiden Tagen frei.

Während die Bauarbeiter und Handwerker dann die Regie im Staatsoperngebäude übernehmen, präsentieren Daniel Barenboim und die Staatskapelle als letzten Höhepunkt der Spielzeit vom 20. bis 27. Juni einen großen BEETHOVEN-BRUCKNER_ZYKLUS in der Philharmonie Berlin.

Eröffnet wird die kommende Saison 2010/2011, die erste Spielzeit der Staatsoper im Schiller Theater, am 3. Oktober 2010 mit einer Uraufführung. Die feierliche Wiedereröffnung der Staatsoper an ihrem histo­rischen Ort Unter den Linden wird am 3. Oktober 2013 stattfinden.

Fotos: Staatsoper Unter den Linden

 
Wegen Beeinträchtigungen im S-Bahn-Verkehr will sich das Unternehmen mit einer erneuten Aktion bei seinen Fahrgästen entschuldigen

Seit mehr als einem Jahr leiden die Berliner und Berlin-Besucher unter dem S-Bahn-Chaos. Ausgefallende Züge, Verspätungen sind für viele fast schon Normalität. Überfüllte Züge sowieso. Nun hat sich das Unternehmen zu einem erneuten Wiedergutmachungspaket durchgerungen:

Alle Inhaber von Jahreskarten, Abonnements und Firmentickets, die in den Berliner Tarifbereichen Berlin AB, Berlin BC oder Berlin ABC gelten, fahren im November und Dezember kostenlos. Kunden, die ihre Jahreskarte bar bezahlt haben, können sich den anteiligen Betrag bereits ab 1. April an S-Bahn- und BVG-Schaltern auszahlen lassen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Jahreskarten, die ab dann erworben werden, sind entsprechend preisreduziert.

Zwei Wochen für Besitzer gleitender Monatskarten

Die zweimonatige Freifahrtregelung gelte auch für Studenten der Universitäten in Berlin, Potsdam und Wildau, die über ein Semesterticket verfügten, erklärte ein Bahnsprecher Tagesspiegel Online. Jeder Student erhalte den anteiligen Betrag des Semestertickets zurück. Wie das Geld seinen Weg zu seinem Besitzer findet, sei jedoch von Universität zu Universität unterschiedlich. Nutzer von kalendergebundenen Monatskarten und des Berlin-Tickets S (Sozialticket) sollen für zwei Monate eine Barerstattung von jeweils 15 Euro erhalten, also insgesamt 30 Euro. Für Kunden mit gleitenden Monatskarten verlängert die S-Bahn Berlin die Gültigkeit für im November beginnende Karten um zwei Wochen. Fahrgästen, die nicht regelmäßig mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, bietet die S-Bahn Berlin an allen acht Wochenenden im November und Dezember die Möglichkeit, ihren Einzelfahrausweis für die Berliner Tarifbereiche Berlin AB, Berlin BC und Berlin ABC als Tageskarte zu benutzen. Aber Vorsicht: Bei der letzten Aktion im Dezember 2009 galten Anschlussfahrscheine für die Zonen C bzw. A nicht den ganzen Tag, sondern wie üblich zwei Stunden nachdem abgestempelt wurden. Auf Kulanz der Kontrolleure sollten die Fahrgäste nicht hoffen.

70 Millionen Euro sollen die Berliner versöhnen

Rüdiger Grube, der Vorsitzende der Deutschen Bahn, kündigte das Wiedergutmachungspaket nach seinem Treffen mit Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit am Donnerstag an. Insgesamt will das Unternehmen 70 Millionen Euro investieren, um das Ansehen bei den Berlinern wieder zu stärken.

Für die Auswahl von November und Dezember als Entschädigungszeitraum sprechen verschiedene Gründe, erläutert Peter Buchner, Geschäftsführer der S-Bahn: „Die organisatorische Vorbereitung der Maßnahme dauert mehrere Monate, da umfassende Absprachen mit den Mitgliedsunternehmen im VBB getroffen werden müssen. In der Sommerzeit ist die Umsetzung nicht sinnvoll, da viele Berliner verreisen. Herbst und Vorweihnachtszeit sind hingegen Monate, in denen viele Menschen auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen.“ Der VBB trägt diese Entscheidung mit.

Wowereit: Nachverhandlungen noch nicht abgeschlossen

Die Nachverhandlungen zwischen Senat und Deutscher Bahn über den bis 2017 laufenden S-Bahn-Vertrag sind unterdessen noch nicht abgeschlossen. Das sagte Klaus Wowereit am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. Ziel sei, die Gespräche noch im Februar zu beenden. Sollte dies nicht möglich sein, werde er sich erneut persönlich einschalten und mit Bahn-Chef Rüdiger Grube nach einer Lösung suchen, sagte Wowereit. Ungeachtet dessen werde der Senat weiterhin die Zuwendungen an die S-Bahn kürzen, solange es nur ein eingeschränktes Verkehrsangebot gebe. Ein anderes Druckmittel habe die Landesregierung vorerst nicht, weil Verträge gelten. Erst nach dessen Auslaufen könnte ein Teil des Netzes ausgeschrieben werden. Diese Möglichkeit halte sich der Senat offen.

Der Tagesspiegel, [25.02.2010]

 
Zuwachs von 4,5 Prozent an Besuchern und von 6,2 Prozent an Übernachtungen

Trotz der weltweiten Wirtschaftskrise hat Berlin im vergangenen Jahr deutlich mehr Gäste angelockt. Mit 8,3 Millionen Besuchern und 18,87 Millionen Übernachtungen sei es das beste Tourismusjahr aller Zeiten gewesen, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) am Mittwoch. Das entspreche einem Zuwachs von 4,5 Prozent an Besuchern und von 6,2 Prozent an Übernachtungen.

Berlin zähle damit zu den großen Gewinnern im Städte-Tourismus, fügte Wowereit hinzu. Kaum eine andere Metropole könne selbst in Krisenzeiten eine Steigerung der Besucherzahlen verzeichnen. Zwar sei 2009 mit der Leichtathletik-WM und dem Mauerfall-Jubiläum ein besonderes Jahr gewesen, doch mit dem Tourismuskonzept des Senats würden die großen Potenziale Berlins auch dauerhaft gestärkt.

Die Hauptstadt habe einen „Magnetismus“ entwickelt, betonte der Geschäftsführer der Berlin Tourismus Marketing GmbH (BTM), Burkhard Kieker. Die Welt sehe Berlin längst als große Metropole, 2009 gab es im siebten Jahr in Folge eine Steigerung der Gästezahlen.

Demnach reisten 5,4 Millionen Besucher aus dem Inland an die Spree, wo sie 11,4 Millionen Nächte verbrachten - ein Zuwachs von 4,5 Prozent bei den Ankünften und von 6,4 Prozent bei den Übernachtungen.  Aus dem Ausland kamen mit 2,88 Millionen Besuchern 4,6 Prozent mehr internationale Touristen als im Vorjahr. Sie sorgten für 7,5 Millionen Übernachtungen - ein Anstieg um 5,9 Prozent. Die meisten ausländischen Besucher kamen aus Großbritannien, Italien und den Niederlanden.

Das Bettenangebot stieg um 10,1 Prozent. Im Dezember standen den Berlinbesuchern 109 700 Betten in 726 Beherbergungsbetrieben zur Verfügung.

Der Tourismus habe sich zum tragenden Wirtschaftsfaktor der Hauptstadt entwickelt, heißt es im Jahresbericht der Berlin Tourismus Marketing GmbH: Umgerechnet 232.300 Berliner leben demnach von Einkünften aus der Tourismusbranche, bei einem Bruttojahresumsatz von 8,99 Milliarden Euro flössen 1,85 Milliarden Euro in die Steuertöpfe von Bund und Land.

Der Tagesspiegel, [24.02.2010]

 
Ein Jahr nach dem Umzug ins Palais Podewil zieht das Grips-Theater nun Bilanz – und feiert allen Zweifeln zum Trotz einen großen Erfolg

Die Staatsoper Unter den Linden hatte Ende 2008 das Schillertheater in der Bismarckstraße zunächst für Umbauarbeiten besetzt, im Herbst 2010 soll hier der offizielle Ersatzspielort der Staatsoper sein. Damit brauchte die zweite, kleinere Spielstätte des Grips-Theaters nun ebenfalls einen Ersatzstandort. Der Senat schlug das Palais Podewil vor, das zu DDR-Zeiten als „Haus der jungen Talente“ ein Zentrum für kulturelle Veranstaltungen der FDJ war. Den Veranstaltern des Grips-Theaters kam dieser Umstand nicht ungelegen: Mit dem Stück „Lilly unter den Linden“, einer Ost-West-Geschichte, eröffnete die Spielstätte am 25. Februar 2009 pünktlich zum Jubiläumsjahr des Mauerfalls im früheren Ostteil der Stadt neu.

„Der Erfolg der neuen Spielstätte geht auch auf dieses Stück zurück“, sagt Anja Kraus, Sprecherin des Theaters. Außerdem seien die Räumlichkeiten der Schiller-Theater-Werkstatt beengter gewesen: „Nicht nur das Foyer im Podewil ist sehr viel geräumiger, sondern es konnten zusätzlich noch Workshopräume gemietet werden“. In solchen Workshops können Lehrer etwa lernen, wie sie Schülern Unterrichtsinhalte mit theaterpädagogischen Mitteln weitergeben können.

Inzwischen ist man in Mitte heimisch geworden: Noch einmal umziehen will das wohl bedeutendste Kinder- und Jugendtheater der Welt jedenfalls nicht.

Der Tagesspiegel, [24.02.2010]

 

 
Ausstellung in der Galerie POLL vom 13. März bis 22. Mai 2010

"Unbeeindruckt von den künstlerischen Entwicklungen der letzten Dekaden malt Dieter Kraemer seit mehr als zwanzig Jahren Stilleben. Neben Alltagsszenen, Stadt- oder Landschaftsansichten sind es damit vor allem die täglichen Dinge des Lebens, die der Maler auf die Leinwand bannt und sie der Gewöhnlichkeit entreißt. Das Banale und Vergängliche weist in der künstlerischen Aneignung über sich hinaus und wird zum Gegenstand zweckfreier Wahrnehmung, zum Bedeutungsträger für das Einzigartige und Unvergängliche."
Ulli Seegers, Auszug aus: Dieter Kraemer, Natura morta, Köln 1999

Dieter Kraemer, 1937 in Hamburg geboren, nimmt dort 1957 sein Studium an der Hochschule für bildende Künste auf, das er ab 1959 an der Hochschule für bildende Künste Berlin fortsetzt und als Meisterschüler von Hann Trier beendet. Kraemer war Anfang der 60er Jahre, als das deutsche Informel in Hochblüte stand, einer der ersten, der sich auf die Neue Sachlichkeit bezog - jene kurze, fast vergessene Epoche Ende der 20er und 30er Jahre, die 1933 mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten endete. Kraemer orientierte sich statt an Pollock an Beckmann und anderen Malern der neuen Sachlichkeit, die er sich als Vorbild für seinen in dieser Zeit inopportunen Realismus nahm, und ebnete damit den Weg für den sogenannten Neuen oder Kritischen Realismus in Berlin. 1963 wird er an die Kölner Werkschule berufen, wo er 1973 eine Professur an der Fachhochschule Köln im Fachbereich Kunst erhält. Von 1993 bis 2003 wirkt er ebenfalls als Professor an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Der Künstler lebt und arbeitet in Köln.

Kraemers Arbeiten zeigen konkrete Darstellungen im alltags- und freizeitorientierten Kontext; er malt, was ihn umgibt und bewahrt es in einer stillebenhaften Inszenierung: Käse, Brot, Blicke aus dem Fenster, Maschinen und Menschen, die er mit einer Portion Ironie und Gesellschaftskritik in Szene setzt. Seine Bilder sind Zeitzeugen und Zeitdokumente. So erzeugt der Künstler als Chronist seiner Zeit eine dichte Authentizität in seinen direkten und unprätentiösen Darstellungen.

Das Stilleben gibt der Gattung Malerei heute zwar scheinbar keine neuen Impulse, doch sie führt sie zurück zu ihren Wurzeln: zur Beobachtung und stillen Wiedergabe der Dinge. Und genau dies ist in einem Zeitalter, das geprägt ist von Schnellebigkeit und multimedialer Kunst und Kommunikation, umso mehr ein aktuelles und vor allem dankbares Motiv.

Dieter Kraemer
"Alltägliches"
Bilder und Aquarelle

Ausstellungsdauer: 13. März bis 22. Mai 2010

Eröffnung: Freitag, den 12. März, 19 Uhr, in Anwesenheit des Künstlers

 
Vom 24. Februar bis 2. Mai 2010 im Alten Museum

Die Büste des "Brutus", eine der berühmtesten und wertvollsten antiken Bronzebüsten Roms, ist für gut zwei Monate in Berlin zu Gast. Das Alte Museum zeigt die Leihgabe aus Italien in einer Ausstellung (24. Februar bis 2. Mai), die den Einfluss des Kunstwerks auf die Weltgeschichte nachzeichnet. In der Renaissance galt der Bronzekopf als Bildnis des sagenhaften ersten römischen Konsuls Brutus, der im späten 6. Jahrhundert v. Chr. die etruskischen Könige vertrieben und die römische Republik herbeigeführt haben soll. Die Ausstellung kam durch Zusammenarbeit mit den Kapitolinischen Museen in Rom und der italienischen Botschaft zustande.

Berliner Zeitung, [23.02.2010]

 
Das Veranstaltungsprogramm soll weiterlaufen

Die Bremer Unternehmensgruppe KPS hat das insolvente Veranstaltungszentrum Tempodrom in Kreuzberg gekauft. Das bestätigte ein Sprecher des Unternehmens am Dienstag. Danach werde die KPS-Gruppe nach Zustimmung des Abgeordnetenhauses voraussichtlich im März neuer Eigentümer der Veranstaltungsstätte. Damit sei „nach langwierigen Verhandlungen“ mit dem Insolvenzverwalter und dem Land Berlin die Zukunft des Gebäudes gesichert.

„Das Tempodrom bleibt als führender Live-Veranstaltungsort in Berlin sowohl für Künstler als auch für das Berliner Publikum erhalten“, heißt es in der Mitteilung des Unternehmens. Weitere Einzelheiten zu dem Kauf und dem künftigen Betrieb wollte KPS erst nach der Übergabe des Hauses bekannt geben.

Zur KPS-Gruppe gehört unter anderem auch das Ticket-Verkaufsunternehmen Eventim. Klaus-Peter Schulenberg, Gründer der KPS-Gruppe, ist zugleich Vorstandsvorsitzender von Eventim, nach eigener Einschätzung „Europas führendes Ticketunternehmen“. Eventim betreibt zudem seit 2009 die Waldbühne. Mit dem Tempodrom kann das Unternehmen nun sein Programm noch besser koordinieren und auf die Jahreszeiten abstimmen – im Sommer in der Waldbühne, für den Rest des Jahres im Tempodrom.

Eine für den heutigen Mittwoch angesetzte Zwangsversteigerung für den 2001 eröffneten Komplex am Anhalter Bahnhof war, wie berichtet, am Montag abgesagt worden. Diese sollte wegen der bisher gescheiterten Verkaufsverhandlungen vollzogen werden. Das Land Berlin bürgt für Baukosten in Höhe von 12,7 Millionen Euro. Experten rechnen damit, dass ein großer Teil dieser Bürgschaft fällig wird. Der Verkehrswert des Gebäudes liegt laut Gericht nur noch bei 3,17 Millionen Euro. Wie viel KPS für das Gebäude zahlte, ist noch unklar.

Wegen explodierender Baukosten, die sich auf rund 33 Millionen Euro verdoppelten, hatte das Tempodrom 2004 eine politische Affäre ausgelöst. Der ehemalige Bausenator und Förderer des Projekts, Peter Strieder (SPD), trat deshalb zurück. Dessen ungeachtet läuft das Veranstaltungsgeschäft erfolgreich und erwirtschaftet nach Angaben des Pächters, der Firma Treugast, schwarze Zahlen. Ob und wieweit Treugast mit dem neuen Besitzer des Gebäudes kooperieren wird, war am Dienstag noch nicht zu klären.

Dass die Baukosten des Gebäudes einst rund zehn Mal so hoch waren wie der heutige Verkehrswert, hat mit der wechselhaften Baugeschichte zu tun. Der Landesrechnungshof hat die Hauptschuld an den außer Kontrolle geratenen Kosten während des Baus bei den Tempodrom- Gründern Irene Moessinger und Norbert Waehl gesehen. Die hätten den Neubau vorangetrieben, ohne dass es eine vollständige Planung gab, hieß es seinerzeit in einem Gutachten.

Dass der privat verantwortete Neubau zum Politikum wurde, liegt an dem ungewöhnlich starken Engagement des Landes und vor allem Peter Strieders. Die landeseigene Investitionsbank Berlin (IBB) hatte, vom Senat beauftragt, das Tempodrom 2001 und 2002 mit zwei Millionenspritzen unterstützt. Insgesamt flossen dem Haus über den anfangs vom Land verbürgten Kredit hinaus mehr als acht Millionen Euro an öffentlichen Geldern zu. Das hatte der Rechnungshof scharf kritisiert, die IBB habe „ihren gesetzlichen Auftrag überschritten“.

Klaus Wowereit hatte später gesagt, er hätte aus nachträglicher Sicht der Millionenspritze des Senats „nicht ohne Weiteres“ zugestimmt. „Hätten wir gewusst, was noch kommt, hätten wir nicht positiv entschieden."

Der Tagesspiegel, [17.02.2010]

 
Am Freitag und Samstag wird gefeiert

Sattgrüne Wände, glänzendes Parkett, polierte Lampenschirme, als gelte es einen Putzwettbewerb zu gewinnen: Der Grüne Salon in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz ist frisch renoviert und meldet sich mit einem „großen Wiedereröffnungswochenende“ in der Clubszene zurück. Freitag und Samstag wird gefeiert – mit Bands, DJs und Kleinkünstlern.

Fast den ganzen Januar über werkelten Bauarbeiter und Maler in dem traditionsreichen Salon an der Ostseite der Volksbühne. Zuvor war 2009 bereits das gesamte große Theaterhaus saniert worden mit zahlreichen Einschränkungen, die auch das Programm des Grünen Salons betrafen. Mitte November vergangenen Jahres wurde dann die Volksbühne wiedereröffnet, jetzt ist auch im Salon alles kräftig aufgehübscht und fertig. Grüner geht’s nicht.

Der Chic der zwanziger Jahre mit einem Hauch von Fin de Siècle ist geblieben. So schlägt das Programm zur Eröffnung denn auch den Bogen von den Roaring Twenties bis heute. Zum Start gibt’s am Freitag ab 21 Uhr die Eröffnungsparty. Die BarBoBu-Hausband ist angekündigt mit einem Potpourri aus Soul, Funk und Rock’n Roll. Kabarettisten und Sänger treten zwischendurch auf, zur Mitternachtsshow kommt der Salsa- und Tango-Argentino-Tänzer Fernando Zapata, danach beginnt ein Ringelreihen verschiedener DJs von den Top-Sounds der 50er und 60er bis zu Funk ’n’ Soul.

Am Sonnabend geht’s dann ab 22.30 Uhr zurück in die zwanziger Jahre. Der Salon verwandelt sich unter dem Motto „Bohème Sauvage“ in ein Casino mit Tanzorchester, Burlesque und Spieltischen.

Der Grüne Salon wurde kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges an die Volksbühne angebaut. An deren Westseite entstand zugleich der Rote Salon. Beide Veranstaltungsorte werden seither als Clubs betrieben, in denen schon viele Berliner Kabarettisten, Komödianten, Chansonsänger und Jazzer wie Andrej Hermlin ihre Karriere begannen.

Der Tagesspiegel, [23.02.2010]

 
An einem Geschenkautomat im Hauptbahnhof können sich Touristen jetzt Design-Artikel aus Berlin ziehen

Mehr als hundert Schaulustige und internationale Medienvertreter erwarten den Moment der Enthüllung mit großer Ernsthaftigkeit. Eine gelborangefarbene, semitransparente Gardine verrät, dass hier, im nördlichen Bereich des Hauptbahnhofs, etwas Großes entstanden ist, etwas Flimmerndes. Es ist der Berlinomat.

Da steckt Berlin drin, und deshalb zieht der Regierende Bürgermeister selbst an der Gardine, um den weltweit ersten Designgeschenkverkaufsautomaten auf Rollen der Öffentlichkeit zu präsentieren. Es geht um Kreativität, um Arbeitsplätze, um eine „tolle Idee“, sagt Klaus Wowereit. Der Berlinomat soll als Marke erst Berlin und dann die Welt erobern. Deshalb die ausfahrbaren Rollen.

Im neuen Automaten gibt es teils ungewöhnliche Dinge zu kaufen, einen nasenförmigen Brillenhalter, eine Geldbörse aus Motorradschlauch (gefahren in Berlin), Buchstabenknöpfe, mit denen sich der eigene Name auf die Jacke nähen lässt, einen Taschengeldhalter und einen professionellen Sattelregenschutz in Pink oder Hellblau. Die Überzüge könnten die hässlichen Plastiktüten aus dem Stadtbild verbannen, wenn sie nicht den Langfingern in die Hände fallen.

Klaus Wowereit zieht sich den „Nautiloop“ für 17,90 Euro aus dem orangen Automaten, dessen Front-Design der Be-Berlin-Kampagne entlehnt ist. Der Nautiloop ist eine Kunststofftasche, die sich mit einer Kurbel platzsparend einrollen lässt. Nur klappt das mit dem Einrollen nicht ganz störungsfrei. Wowereit versucht es geduldig immer wieder, es fehlt ihm heute etwas an Lockerheit.

Berlinomat-Chef Jörg Wichmann hat sich den Karo-Schal für 29,90 Euro umgeschlungen und erinnert an den chinesischen Erfinder Ju Chon, der 937 vor Christus den Schreibpinselautomaten entwickelte, nicht ahnend, dass fast 3000 Jahre später Automaten immer noch als innovativ gepriesen werden. Zu Recht, schließlich lässt sich der Berlinomat wie ein Smarthandy steuern, Touchscreen inklusive, und dem Kunden drängt sich das Gefühl auf, im Internet einzukaufen. Dahinter steckt Kalkül. „Mit dem Automaten bringen wir den Online-Handel zurück auf die Straße“, sagt Wichmann. Daran hatte bisher noch niemand gedacht.

In vier Wochen soll der zweite Berlinomat auf dem Flughafen Schönefeld aufgestellt werden, ein dritter ist für das Kaufhaus Lafayette reserviert. Acht Monate lang muss sich die Verkaufsmaschine bewähren. Dann wird entschieden, ob der Berlinomat ein Exportschlager werden kann. „Wir brauchen täglich 10 bis 20 Kunden“, sagt Wichmann.

Hergestellt wird der Berlinomat von einer italienischen Firma für Spezialautomaten. Die hat auch ein Gerät zur Vermarktung von Edelmetall entwickelt, Kurzname: Gold-to-go.

Nur noch eine Frage der Zeit, bis solch ein Automat auch in Berlin steht. Die Stadt ist schließlich bekannt für ihre Spiel-, Fritten- und Wiegeautomaten. Erfolgreich ist auch das Konzept, Kunst und Literatur per Knopfdruck an den Liebhaber zu bringen. Lyrik, Prosa oder bildende Kunst – alles zum Einheitspreis von 2 Euro. Die Geräte, ausgemusterte Zigaretten- oder Kondomautomaten, hängen inzwischen schon in Hamburg, Köln und Greifswald.

Berlinomat als Vertriebs-Marke wurde schon vor sieben Jahren gegründet, um die vielen vor sich hinarbeitenden Berliner Designer zu vernetzen und ihre Produkte bekannter zu machen. Ein großer Verkaufsladen entstand in der Frankfurter Allee, ein Online-Shop (www.berlinomat.com) wurde aufgebaut, und eine Filiale im Kaufhaus Lafayette. Die hatte im Sommer aber wieder dichtgemacht. Das Sortiment im Berlinomat-Shop ließ sich nicht immer passgenau an die Produktpalette im Kaufhaus anpassen, sagt Wichmann. Mit dem Automaten soll das anders werden. Der kann den Standort wechseln, wenn die Kunden nicht zu ihm finden. Wegen der Rollen.

Der Tagesspiegel, [18.02.2010]

 

 
cha-chà feiert Restaurant-Eröffnung in Berlin

Endlich ist es soweit! Das cha-chà-Restaurant Berlin öffnet unweit des Gendarmenmarktes in der Friedrichstraße 63 seine Pforten und verbreitet fortan auch in der Hauptstadt seine Mission von "Positive Eating". Auf einer Fläche von rund 700 Quadratmetern bietet die Thai Street Kitchen dem gestressten Großstädter ausgewogene, kreative und wertvolle Speisen mit "Well-Being-Effekt". Gemäß der thailändischen Esskultur laden lange Tische und Bänke dazu ein, entweder à la carte die zahlreichen Suppen, Curries, Noodle-Gerichte, Thai-Salate, Fingerfood-Appetizer zu genießen oder sich mit Freunden beim "Group-Dining" von der cha-chà-Vielfalt überraschen zu lassen.

cha chà kommt aus dem Thailändischen und bedeutet so viel wie "alles wird gut" oder "relax, calm down". Nach mehrmonatigen Baumaßnahmen kann man nun zu Recht sagen "Alles IST gut!„. Hell, freundlich und einladend erstrahlt das cha chà seit Anfang Februar in der Friedrichstraße 63 und bietet im Inneren auf 700 Quadratmetern Platz für rund 260 Gäste. Die pulsierende Kulisse am Gendarmenmarkt scheint dabei wie gemacht für das urbane Food-Konzept, das sich an der lebendigen Gastronomie-Szene Bangkoks orientiert, allerdings auf kitschige Thai-Folklore komplett verzichtet. Die langgezogenen Tische und Bänke aus edlem Holz sorgen für eine entspannte und kommunikative Atmosphäre und schaffen Raum für Geselligkeit und Offenheit.

Mit großer Sorgfalt bereiten original thailändische Köche die Gerichte im cha chà zu. Dazu gehören authentische Thai-Rezepte, kurze Garzeiten und fettarme Bratvorgänge. Ebenso spielen Ausgewogenheit, Balance und Bekömmlichkeit eine große Rolle. Dies zusammen macht die thailändische Küche zu einer der gesündesten überhaupt. Frisches Obst und Gemüse, Erdnüsse, Sojasprossen, aber auch Gewürze wie Chili, Knoblauch, Zitronengras, Kardamon, Koriander, Ingwer und Galangal sind klassische Bestandteile der thailändischen Speisen, die alle ihren wohltuenden Beitrag für Körper und Geist leisten. „Genuss und menschliches Befinden bilden in der Thaiküche eine untrennbare Einheit. Wir nennen das cha chà Positive Eating, weil es gut ist, für Körper, Geist und Seele", so Werner Köpper, Vorstand und Gründer der Betreibergesellschaft Life Food Systems AG. So sind alle Gerichte sind mit einem besonderen Benefit ausgewiesen. Der Gast hat etwa die Wahl zwischen stimulierend, kräftigend oder entschlackend. Nur wenige Minuten vergehen zwischen der Aufnahme der Bestellung und dem Service am Tisch – ein ausgefeiltes EDV basiertes Vorbereitungsmanagement macht dies möglich.

Currys, Salate, exotische Drinks und Dinkys

Der Fokus liegt auf den besonderen Food-Kompositionen, die typische Gewürz- und Kräutermischungen aus Thailand mit Zutaten aus der Region Berlin-Brandenburg verbinden: Reis und Kokosmilch stammen direkt aus Thailand, Fleisch und Fisch dagegen aus ortsnaher kontrollierter Zucht und Gemüse von Bauern aus der Region. Convenience-Produkte und Geschmacksverstärker sind tabu. Ebenso Milchprodukte und gemahlenes Getreide. Frisch zubereitet werden im cha chà Suppen, Currys, Salate, Nudelgerichte sowie vegetarische und Fleischgerichte. Ein echter Geheimtipp sind die Thai-Desserts oder cha-chà-Drinks mit klanghaften Namen wie "Chrysanthemen-Drink„ oder "Orangen-Mandel-Drink mit bioaktivem Granatapfel„. Die sogenannten cha-chà-Dinkys sind willkommene Ergänzungen, das Tüpfelchen auf dem i, die man zu allen à la carte Gerichten bestellen kann. Für alle, die sich nicht entscheiden können oder die großmöglichste Vielfalt erleben möchten, denen sei das Group-Dining zu empfehlen. Ab drei Personen gibt es die Möglichkeit ein Drei-Gang-Menü zu bestellen, bestehend aus einem Mix an Salaten, Curries, Fusion Gerichten und exotischen Früchten. Alle Gerichte werden dazu in die Mitte des Tisches gestellt werden, wo sich jeder selbst bedient. Der ideale Abend, um in kleiner Gruppe und in geselliger Atmosphäre zu genießen.

Mehr zur cha-chà-Welt unter: www.eatchacha.com